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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Hirschfold.

zogen  die  Colonisten  in  das  neugewonnene  Land;  ähnlich  wie
heutigen  Tages  in  Siebenbürgen  trafen  hier  die  verschiedensten
Nationalitäten  aufeinander.  1  Neben  dem  allgemeinen  Zweck:
ad  agros  et  urbes  colendas,  wie  Eutrop  sagt,  bedurfte  man  vor
Allem  kundiger  Arbeiter,  um  die  reichen  Schätze  zu  heben,
die  das  Land  im  Schoosse  der  Erde  birgt.  Die  Goldbergwerke
bei  Verespatak  (aurariae  Dacicae),  2  die  noch  jetzt  eine  lohnende
Fundgrube  bilden,  sind  ohne  Zweifel  schon,  wie  die  Erzählung
von  den  Schätzen  des  Königs  Decebalus  darthut  (Roesler  a.  0-p.
  43),  in  vorrömischer  Zeit  ausgebeutet  worden  und  deutliche
Spuren  in  der  sogenannten  Cetate  3  zeugen  von  der  Energie,  mit
der  die  Römer  trotz  der  Schwierigkeit  der  Bearbeitung  und  der
im  Vergleich  mit  unserer  Zeit  geringen  technischen  Ausbildung
des  Bergbaues  an  die  Exploitirung  dieser  Werke  gingen.  Seit
einem  Jahrhundert  hatten  sie  in  Dalmatien  ihre  Studien  gemacht; ­
  von  dort  konnte  man  erfahrene  Arbeiter  für  die  dacischen
  Goldbergwerke  gewinnen.  In  dom  römischen  Namen  von
Verespatak:  Alburnus  maior  vicus  Pirustarum  ist,  wie  Mommsen
(C.  J.  L.  3,  p.  213)  erkannt  hat,  ein  redendes  Zeugniss  für
die  Verpflanzung  des  dalmatinischen  Stammes  der  Pirustae  nach
den  aurariae  Dacicae  erhalten  und  es  fehlt  auch  sonst  nicht  an
darauf  hinweisenden  Indicien.  4  Die  grosse  Masse  der  gewöhnsich

  mehr  und  mehr  verlieren;  wo  eine  ganze  Stadt  armenisch  ist,  wie
Szamos-Ujv&r,  wird  sie  natürlich  eine  längere  Dauer  haben.
1  Dass  die  Einwanderung  aus  Unteritalien  sehr  stark  gewesen  sei,  wie
Roesler  (romän.  Studien  p.  45)  aus  den  Namen  Apulum  und  Alburnus
schliesst,  möchte  ich  freilich  bei  der  schon  lange  eingetretenen  Verödung
von  Apulien  bezweifeln.
2  Aurifodinae  antiquae  nördlich  von  Bistritz  sind  auf  der  Kiepert’schen
Karte  verzeichnet;  über  die  Gold-  und  Silberbergwerke  in  Nagyäg  vgl.
Boner,  Siebenbürgen  (deutsche  Uebersetzung)  p.  570  f.
3  Die  wallachische  Bezeichnung  für  civitas;  es  finden  sich  mehrere  Orte
dieses  Namens  in  Siebenbürgen,  in  der  Regel  an  Stelle  einer  römischen
Ansiedlung,  z.  B.  heisst  so  bei  Földvär  das  Terrain  an  dem  Hügel,  wo
sich  die  römische  Militärstation  befand.
4  Vgl.  die  Wachstafel  n.  8,  p.  944:  emit  ....  domus  partem  dimidiam.  .  .
qu(a)e  est  Alb(urno)  maiori  vico  Pirustar[um]  und  n.  6,  p.  936:  de  Dasio
Verzonis  Pirusta  ex  Kaviereti[o].  Andere  Inschriften,  in  denen  der  dalmatinische ­
  Ursprung  (Aequum.  Splonum)  ausdrücklich  angegeben  ist,  vgl.
bei  Mommsen  a.  O.  Ich  füge  hinzu,  dass  die  Frau  des  ältesten  uns  bekannten ­
  Procurators  der  dacischen  Goldbergwerke  (n.  1312)  den  Namen
            
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