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Hirschfold.
zogen die Colonisten in das neugewonnene Land; ähnlich wie
heutigen Tages in Siebenbürgen trafen hier die verschiedensten
Nationalitäten aufeinander. 1 Neben dem allgemeinen Zweck:
ad agros et urbes colendas, wie Eutrop sagt, bedurfte man vor
Allem kundiger Arbeiter, um die reichen Schätze zu heben,
die das Land im Schoosse der Erde birgt. Die Goldbergwerke
bei Verespatak (aurariae Dacicae), 2 die noch jetzt eine lohnende
Fundgrube bilden, sind ohne Zweifel schon, wie die Erzählung
von den Schätzen des Königs Decebalus darthut (Roesler a. 0-p.
43), in vorrömischer Zeit ausgebeutet worden und deutliche
Spuren in der sogenannten Cetate 3 zeugen von der Energie, mit
der die Römer trotz der Schwierigkeit der Bearbeitung und der
im Vergleich mit unserer Zeit geringen technischen Ausbildung
des Bergbaues an die Exploitirung dieser Werke gingen. Seit
einem Jahrhundert hatten sie in Dalmatien ihre Studien gemacht;
von dort konnte man erfahrene Arbeiter für die dacischen
Goldbergwerke gewinnen. In dom römischen Namen von
Verespatak: Alburnus maior vicus Pirustarum ist, wie Mommsen
(C. J. L. 3, p. 213) erkannt hat, ein redendes Zeugniss für
die Verpflanzung des dalmatinischen Stammes der Pirustae nach
den aurariae Dacicae erhalten und es fehlt auch sonst nicht an
darauf hinweisenden Indicien. 4 Die grosse Masse der gewöhnsich
mehr und mehr verlieren; wo eine ganze Stadt armenisch ist, wie
Szamos-Ujv&r, wird sie natürlich eine längere Dauer haben.
1 Dass die Einwanderung aus Unteritalien sehr stark gewesen sei, wie
Roesler (romän. Studien p. 45) aus den Namen Apulum und Alburnus
schliesst, möchte ich freilich bei der schon lange eingetretenen Verödung
von Apulien bezweifeln.
2 Aurifodinae antiquae nördlich von Bistritz sind auf der Kiepert’schen
Karte verzeichnet; über die Gold- und Silberbergwerke in Nagyäg vgl.
Boner, Siebenbürgen (deutsche Uebersetzung) p. 570 f.
3 Die wallachische Bezeichnung für civitas; es finden sich mehrere Orte
dieses Namens in Siebenbürgen, in der Regel an Stelle einer römischen
Ansiedlung, z. B. heisst so bei Földvär das Terrain an dem Hügel, wo
sich die römische Militärstation befand.
4 Vgl. die Wachstafel n. 8, p. 944: emit .... domus partem dimidiam. . .
qu(a)e est Alb(urno) maiori vico Pirustar[um] und n. 6, p. 936: de Dasio
Verzonis Pirusta ex Kaviereti[o]. Andere Inschriften, in denen der dalmatinische
Ursprung (Aequum. Splonum) ausdrücklich angegeben ist, vgl.
bei Mommsen a. O. Ich füge hinzu, dass die Frau des ältesten uns bekannten
Procurators der dacischen Goldbergwerke (n. 1312) den Namen