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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Hirschfeld.

sein.  Der  Name  metropolis,  den  Sarmizegetusa  in  späteren
Inschriften  führt,  kennzeichnet  seine  Stellung  als  Hauptstadt
der  ganzen  Provinz  und  wenn  auch,  der  militärische  Centralpunkt, ­
  vielleicht  sogar  zeitweise  der  Sitz  des  Statthalters,
sich  in  dem  rasch  aufgeblühten  Apulum  befand  (Mommsen
C.  J.  L.  3,  pag.  182),  so  blieb  Sarmizegetusa  stets  der  religiöse ­
  Mittelpunkt  des  Landes,  wo,  ähnlich  wie  in  Lugudunum,
  bei  der  ara  Augusti  das  concilium  provinciarum
Daciarum  trium  (n.  1454)  abgehalten  ward,  dem  der  sacerdos
arae  Augusti  nostri  coronatus  Daciarum  trium,  wie  sein  voller
Titel  lautet  (n.  1433),  präsidirte  und  dabei  als  oberster  Priester
der  Provinz  die  Opfer  zu  Ehren  des  Kaisers  darbrachte.  Es
muss  sich,  nach  den  allerdings  spärlichen  Ueberresten  und
Funden  zu  schliessen,  hier  in  dem  von  der  Natur  reich  ausgestatteten ­
  Thale,  fern  von  dem  Kriegsschauplätze,  ein  nicht  unbedeutender ­
  Wohlstand  und  eine  sichere  Behaglichkeit  der
Existenz  ajisgebildet  haben,  zu  der  die  exponirten  Soldatencolonien
  im  Norden  des  Landes  niemals  gelangen  konnten.
Unter  den  in  Dacien  gefundenen  Denkmälern  sind  die
Grabschriften,  an  denen  sonst  die  ,dis  manibus  Wissenschaft*
bekanntlich  keinen  Mangel  leidet,  in  verhältnissmässig  geringer
Zahl  vertreten,  wie  das  besonders  in  dem  reichsten  )fundort
Daciens,  in  Apulum,  sehr  augenfällig  zur  Erscheinung  kommt.
Es  wäre  verfehlt,  daraus  zu  schliessen,  dass  die  Soldaten  nach
Beendigung  ihrer  Dienstzeit  in  der  Regel  fortgezogen  seien,
um  auf  heimischem  Boden  ihr  Leben  zu  beschliessen;  denn
mehr  noch  als  die  von  Mommsen  (C.  J.  L.  3,  pag.  916)  aus
den  Militärdiplomen  abstrahirte  Beobachtung,  spricht  dagegen
das  rasche  Wachsthum  der  Stadt  Apulum  selbst,  wo  gerade  die
Veteranen  den  wichtigsten  Theil  der  Bevölkerung  gebildet
haben.  Abgesehen  von  dem  Zufall,  dem  in  der  epigraphischen
Statistik  ein  weiter  Spielraum  eingeräumt  werden  muss,  liegt
die  Vermuthung  nahe,  dass  in  Apulum  ein  militärischer  Begräbnissplatz,
  wie  in  Lambaese  für  die  legio  III  Augusta,  für
die  legio  XIII  Gemina  existirt  habe,  den  vielleicht  spätere  Ausgrabungen ­
  zu  Tage  fördern  dürften.  —  Sehr  bemerkenswerth
ist  dagegen  die  Fülle  und  Mannigfaltigkeit  der  Götterinschriften,
die  einen  bedeutenden  Theil  der  dacischen  Monumente  ausmachen. ­
  Vergeblich  sucht  man  'freilich  unter  ihnen  nach  ein-
            
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