Epigraphisclie Nachlese zum Corpus Inseriptionum Latinarum vol. III.
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activen und ausgedienten Soldaten bevölkerte Militärgrenze geblieben
und die städtischen Gemeinden, die allmälig auf diesem
Boden bei zunehmendem Gefühl der Sicherheit entstanden, verleugnen
nicht ihren Ursprung aus Ansiedelungen von Veteranen,
Marketendern und anderem Tross, der sich naturgemäss an
die grossen Lagerstätten anschloss. 1 Sarmizegetusa, der alte
Königssitz, scheint die einzige bedeutende Stadt in Dacien
gewesen zu sein, die man schon bei der Occupation vorfand;
sie wurde sogleich zur Colonie erhoben 2 und war, wenn man
aus dem ihr in den älteren dacischen Inschriften beigelegten
Namen: Colonia Dacica schliessen darf, ursprünglich wohl die
einzige Colonie in Dacien; jedoch soll nach ausdrücklicher
Angabe Ulpian’s (Digg. 50, 15, 1, 8) auch die colonia Zernensium
(bei Orsova) ebenfalls schon unter Trajan begründet
1 Vgl. besonders in Betreff von Apulum, wo diese Entwicklung sehr deutlich
zu verfolgen ist, die Abhandlung von Mommsen im Hermes VIT
S. 299 ff.: Die römischen Lagerstädte.
2 Die Gründungsinschrift der colonia Dacica (C. J. L. 3, 1443) ist leider
im Originale verloren gegangen und nur unvollständig in drei alten Abschriften,
von denen eine stark interpolirt ist, erhalten; die Ergänzung
Mommsen’s: condita colonia Dacica per [leg(ionem)] V. M(acedonicam)
Scaurianus [leg(atus)] eius pro pr(aetore) [dedicavit], unterliegt, wie er
selbst hervorgehoben hat, manchen Bedenken; vorzüglich erscheint der
Gebrauch des blossen Cognomens: Scaurianus in dieser officiellen Urkunde
als in hohem Grade anstössig. Da ferner nicht einmal die Theilnahme
der legio V Macedonica an den dacischen Kriegen bezeugt ist, so wird
man meines Erachtens, trotz der Analogie der fast gleichzeitigen Gründungsinschrift
von Thamugas (Renier J. A. 1479), besser thun, vorläufig
an Borghesi’s Ergänzung: condita colonia Dacica per [d. terentijum
Scaurianum [leg], eius pro pr(aetore) (vgl. das Militärdiplom vom 17. Febr.
110, C. J. L. 3, p. 868 n. 25: et sunt in Daeia sub D. Terentio Scauriano)
festzuhalten. — Aus vortrajanisclier Zeit ist in Dacien natürlich
keine Inschrift gefunden worden; mit Recht hat Mommsen die Annahme
Borghesi’s zurückgewiesen, dass die in Meliadia gefundene Inschrift
(n. 1566) eines Calpurnius Julianus [leg.] Aug. pr. pr. [prov.] Moes[i]ae
in die Zeit vor der Theilung von Moesien (unter Domitian) zu setzen sei.
Die von mir vorgenommene Revision der sehr zerstörten Inschrift bestätigt,
dass in v. 8 inferioris oder superioris gestanden habe; es lautet
nach meiner Lesung v. 7—8
\Vo E S I A E
(hi /11 /s
so dass nicht zu unterscheiden ist, ob man inFlErioris oder suF :: EÜrioris
zu ergänzen habe.