Bemerkungen über die schwache Verbalflexion des Neupersischen.
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Starke
Schwache
Singular: 1. Pers. —am, —ora
—im
—ae
2. Pers. —ae
3. Pers. —ad
—e{
—im
—et
Plural: 1. Pers. —am, — om
2. Pers. •—•
3. Pers. —and
Man sieht daraus, dass von der starken Conjugation alle
Personen bis auf die zweite der Vielzahl und von der schwachen
alle bis auf die dritte der Vielzahl wirklich vorhanden
sind. Bei der zweiten Person der Einzahl ist nicht zu entscheiden,
ob —ae der starken oder der schwachen Conjugationsform
ursprünglich angehört, da sowohl —ahi als auch
—ayahi zu —ae werden kann.
Betrachten wir nun die beiden Reihen der Conjugation,
so können wir leicht ermessen, was die Sprache bewogen haben
mag, dieses Schema auf das im Neupersischen geltende zu
reduciren. — Es war offenbar die Homophonie, welche in den
Endungen —am (1. Pers. Singul. und Plur.), —im (1. Pers.
Sing, und Plur.) und —et (3. Pers. Sing, und und 2. Pers.
Plur.) so störend auf das Verständniss der Formen einwirkte
und welche schon früher zur Beseitigung der nicht mehr nachweisbaren
Endung —ad der zweiten Person Vielzahl Veranlassung
gegeben haben mag.
Der Trieb zur Denominativbildung des Verbums, ohne
welche das Neupersische die erste Person Singular und Plural,
sowie die dritte Person Singular und die zweite Person
Plural lautlich auseinanderzuhalten ausser Stande wäre, lässt
sich schon in den alten eränischen Sprachen, namentlich
in dem durch die Achämeniden-Denkmäler bekannten West-Eränischen
nachweisen. Wir finden dort einige Verba, welche
im Alt-Indischen der primären Conjugationsnorm folgen, oder
selbst im Neupersischen stark conjugirt werden, als Denominativa
behandelt. Es sind dies folgende:
Altpersisch: garb — altbaktrisch: garew 3. Prs. Sing,
gerew-näiti = altindisch ved. grbh. 3. Prs. Sing, grbhnäti
sanskrit grh, grhnäti = neupersisch (giriftan), praes.
(giram).