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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Müller.

bildung  über  das  ganze  Verbum  verbreitet  gewesen  zu  sein
und  sieb  erst  später  auf  einen  geringeren  Umfang  eingeschränkt
zu  haben.
Das  Neupersische  selbst  hat  zwei  Formen  solcher  Denominativbildung ­
  ausserhalb  des  oben  angegebenen  Kreises  gerettet; ­
  es  sind  dies  die  Formen  der  ersten  und  zweiten  Person
Vielzahl,  welche  selbst  die  ursprünglichen  nicht-denominativen
Bildungen  verdrängt  und  sich  an  ihrer  Stelle  festgesetzt  haben.
Neupersisch  (daran)  ,wir  halten'  entspricht  einem
altpersischen  *  därayämahiy,  neupersisch  (däred)  ,ihr
haltet'  einem  altpersischen  *  därayatä  (nicht  belegt),  während
die  Formen  neupersisch  *  l>  (däram),  *  ö  (därad),  welche
den  primitiven  Formen  (nach  Analogie  der  altindischen  dharämasi,
  dharatha)  *  darämahiy,  *  daratä  entsprächen,  wahrscheinlich ­
  deswegen,  weil  sie  lautlich  mit  den  Formen  der  ersten
und  dritten  Person  Einzahl  zusammenfallen  würden,  spurlos
verschwunden  sind.
Das  Pärsi  verfiel  eben  deswegen,  weil  es  die  Denominativform ­
  in  —im  für  die  erste  Person  der  Vielzahl  nicht
festhielt,  in  eine  störende  Zweideutigkeit  der  primären  Form
in  —om,  —um  (West,  E.  W.  The  book  of  the  Mainyo-i
khrad.  249),  während  die  Form  der  zweiten  Person  Vielzahl
in  —  et  von  jener  der  dritten  Person  Einzahl  scharf  geschieden ­
  ist.
Das  was  uns  im  Neupersischen  und  Pärsi  nur  bruchstückweise ­
  vorliegt,  ist  im  Pehlewi  noch  vollkommen  erhalten.
Dort  finden  wir  nämlich  noch  die  Endung  —i'm  für  die  erste
Person  der  Einzahl,  entsprechend  dem  alten  —ayämi  und  die
Endung  —et  für  die  dritte  Person  der  Einzahl,  entsprechend
dem  alten  —ayati  neben  den  auch  im  Neupersischen  erhaltenen ­
  Endungen  —im  (erste  Person  Vielzahl)  und  —et  (zweite
Person  Vielzahl).  Daneben  aber  lässt  sich  auch  die  Endung
—  am  (erste  Person  Vielzahl),  die  im  Pärsi  jene  Zweideutigkeit
erzeugt  hat,  nachweisen.  (Vgl.  Spiegel.  Grammatik  der  Huzzäresch-Sprache.
  107.  ff.)
Es  lässt  sich  daher  im  Pehlewi  eine  starke  (primäre)
und  eine  schwache  (denominative)  Conjugation  statuiren,  mit
folgenden  aus  der  Literatur  belegbaren  Endungen:
            
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