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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Meyer.

Gegenden  selbst  bereisen  und  diese  wichtigen,  Fachmänner  erfordernden ­
  Fragen  nicht  anderen  Forschern  als  Nebenbeschäftigung ­
  überlassen,  da  diese  sie  naturgemäss  nur  durchaus  ungenügend ­
  lösen  können.  Selbst  die  einfache  Herbeischaffung
des  Materials  ist  schon  mit  ganz  besonderen  Schwierigkeiten
verknüpft.  Es  gehört  ein  specielles  erst  schwer  zu  erwerbendes ­
  Geschick  dazu,  dem  naiven  Sohne  der  Wildniss  Antworten
zu  entlocken,  welche  in  der  That  auch  Antworten  auf  die  gestellten ­
  Fragen  sind,  und  es  ist  die  vollständigste  Concentration
  auf  diese  Forschung  an  Ort  und  Stelle  nothwendig,  um
wirklich  zuverlässiges  Material  herbeizuschaffen;  es  ist  dann  auch
eben  nothwendig,  dass  der  Reisende  alle  diese  Dialekte  selbst
erlerne  und  sich  ganz  und  gar  nicht  auf  die  Verballhornisirung
von  Dolmetschern  verlasse,  welche  wedet-  Interesse,  noch  Verständniss,
  noch  die  unentbehrliche  Gewissenhaftigkeit  für  diese
Fragen  haben  können.
Es  sei  mir  ferner  gestattet  Eingangs  noch  in  Kürze  und
in  aphoristischer  Weise  einiger  Umstände  Erwähnung  zu  thun,
welche,  wie  mir  scheint,  zum  Theil  in  der  Natur  der  Sprache,
welche  auf  Neu-Guinea  herrscht,  zum  Theil  in  der  Natur  der
Menschen,  welche  sie  sprechen,  liegen  mögen,  d.  h.  in  ihrer
physischen  und  geistigen  Anlage  und  in  ihren  Sitten,  und
welche  dazu  beitragen  oder  es  vielleicht  ganz  und  gar  bewirken,
dass  diese  Dialektverschiedenheit  sich  ausbilden  konnte  und
fortwährend  weiter  fliesst.
Es  sind  die  Papuas,  wie  schon  Wallace  hervorgehoben
hat,  sehr  geschwätziger  Natur,  kaum  dass  sie  schweigen;
wie  sich  nun  plappernde  und  spielende  Kinder  vielfach  selbst
Wörter  und  Bezeichnungen  bilden,  so  thun  sie  es  auch,  theils
lediglich  zu  ihrer  Belustigung,  theils  um  ihren  Zweck  damit
zu  erreichen.  Sie  haben  zudem  das  Bestreben  Alles,  was
sich  ihrer  Aufmerksamkeit  unterbreitet,  sofort  concret  zu  bezeichnen, ­
  und  so  kommt  es,  dass  sie  nie  um  eine  Antwort
verlegen  sind,  wenn  man  nach  dem  Namen  irgend  eines  Gegenstandes, ­
  eines  Thieres,  einer  Pflanze,  eines  Felsens,  einer
Oertlichkeit  u.  dgl.  m.  fragt.  Daher  habe  ich  auch  einen
Ueberfluss  von  geographischen  Namen,  z.  B.  verzeichnet,  welche
aber  für  die  Geographie  des  Landes  nicht  viel  Werth  haben,
weil  sie  kaum  bleibende  sind,  oder  weil  sie  nur  in  dem  Munde
            
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