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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Baclija  ibn  Pakuda.

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Dass  wir  es  ferner  bei  geistigen  Wahrnehmungen  an  der
Erkenntniss  der  Thatsache,  des  Daseins  des  Bewiesenen  müssen
genug  sein  lassen  und  der  Eifer  des  Weiterforschens  nur  verderblich ­
  hierbei  wirken  kann,  beweist  das  zweite  Beispiel,  das
von  der  Beobachtung  der  Sonne  1  bergenommen  ist.  Begnügen
wir  uns  nämlich,  sie  aus  ihren  Wirkungen  zu  erkennen,  so
werden  wir  ihr  Leuchten,  Glänzen,  Scheinen  wahrnehmen  und
sogar  gemessen.  Will  aber  Jemand  ihre  Rundung  erkennen,
zu  ihrem  Wesen  an  sich  also  Vordringen,  so  erblindet  er  und
kann  nicht  einmal  ihre  Wirkungen  gemessen.  Mit  der  Erkenntniss
  Gottes  geht  es  ebenso.  Beschränken  wir  uns  darauf,  seinen
Spuren  in  der  Schöpfung  nachzugehen,  aus  seinen  Wirkungen
ihn  zu  erkennen,  so  werden  wir  immer  mehr  von  ihm  begreifen,
im  Verstände  wird’s  zusehends  heller  und  wir  erreichen  das,
was  wir  nach  unserer  Kraft  überhaupt  erreichen  können.

1  Einen  ähnlichen  Gedanken  tlieilt  Moses  ben  Esra  im  Namen  des  Alfarabi
mit  map  nin  pi’3  aitan  naca  nax  ’axnsbx  xnpin  rav  ’ax  aanm
jnon  ":2a  xnan  jgjpnb  barn  -unp  px  ’a  rowxin  nw  mna  barn
mna  ntrbinb  px  nnaan  na'brn  fiix'stan  mbana  xin  bax  xman  mx'sia
mix  m’jtb  ix  mamb  u’by  ne>p’  p  maamian  by  inian  na  mannb  ubaai
anbruan  miö’bai  maya  xnan  mxan  b’atmb  nnba'  ’m  nstpm  raab
nxnn  mm  mnan  nxn  xim  nann  mxb  ta’asra  umyb  nnpj  na>xa  ana
a'xn  13X1  nnv  la  ntsbi©  pyn  mx  nvnb  prm  abir  mxn  nma?  ’aa  ’a
pyn  mxn  a>bm  lain  mbam  mxn  niö’bai  am  n\ma>  ’aa  ’a  pan  nann
pn  na  nnv  xina>  nai  i"p  ®awn  pub  nnp’a>  na  mm  rama  (Zion  ii,
122—3).  Wiewohl  der  Grundgedanke  dieser  dem  Buche  jüLvöliJI  SjA-wJ!
(vrgl.  darüber  Steinschneider,  Al-Farabi  S.  70,  Anra.  19)  des  Alfarabi
entlehnten  Stelle  mit  dem  Bachjas  übereinstimmt,  so  lässt  sich  dennoch
für  die  Benutzung’  Alfarabis  durch  Baclija  hieraus  nichts  beweisen.
Denn  Baclija  führt  den  Vergleich  in  so  eigenthümliclier  Weise  aus,  dass
er  dem  Alfarabis  nur  ähnlich,  nicht  gleich  genannt  werden  kann.  Baclija
scheint  den  Vergleich  auch  nur  äusserlich  zu  fassen,  er  scheint  das
Wesen  Gottes  für  so  völlig  unvergleichbar  zu  betrachten,  dass  jede  Vertiefung ­
  der  Vergleichung  durch  den  Gedanken  an  die  sonnenhelle  Klarheit
des  göttlichen  Wesens  ausgeschlossen  ist.  Die  Mehrzahl  derer,  die  dieses
Bildes  sieh  bedienen,  scheinen  es  freilich  in  der  Weise  gefasst  zu  haben,
dass  Gott  wie  die  Sonne  ,durch  die  Intensität  seiner  Erscheinung 1  —
i&IBffin  1Ü3  lrixvn  pnnb  aby:  Xin  ’3  sagt  auch  Abraham  ihn  Daud  (a.  a.
O.  53)  —  unbegreiflich,  unfassbar  sei,  so  z.  B.  Solirawardy,  Gazzali
u.  A.  (Kremer  a.  a.  0.  90;  112).  Vrgl.  auch  Steinschneider  Maamar
Ha-Jichud  17,  A.  41.
            
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