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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufmann.

Wesen  und  der  in  Bezug  auf  ihn  Unwissendste  der  am  Meisten
Wissende  in  Bezug  auf  sein  Wesen.
Drastisch  und  anschaulich  wird  der  Gegensatz  zwischen
der  niederen,  nach  concreter  Fassbarkeit  verlangenden  Anschauung ­
  von  Gott  und  dem  in  unfassbaren  Abstractionen
sich  bewegenden  Denken  über  Gottes  Wesen  in  einem  Zwiegespräch ­
  zwischen  einem  Denker  und  einem  Fragesteller  dargestellt. ­
  Was  ist  Gott,  fragt  dieser.  Einer,  erhält  er  zur
Antwort.  Was  für  einer  ist  er,  fragt  er  weiter.  Ein  grosser
König,  wird  ihm  geantwortet.  Wo  ist  er,  frägt  er  endlich.  In
der  Beobachtung,  1  lautet  die  Antwort.  Unbefriedigt  über  die
Leerheit  und  Unfassbarkeit  der  Antworten  ruft  dieser  aus:
Darnach  habe  ich  nicht  gefragt.  Aber  der  Weise  bedeutet
ihm,  dass  auf  seine  Fragen  nur  mit  Aussagen  geantwortet
werden  könnte,  die  auf  das  Geschaffene,  2  aber  nicht  auf  den
einstimmung  zwischen  dieser  Fassung;  und  dem  arabischen  Wortlaut,  des
Satzes  bei  Bachja  beweist,  dass  die  Tibbon’scheUebersetzung  (S.  81)13’X©  'öl
VTI3B  Bi'J?  3nrw  “TOD  Kin  inis  jnv  mehr  den  Sinn  als  die  Worte  wiedergibt. ­
  Hiermit  vergleicht  sich  auffällig  das  Wort  des  Augustinus:  ,Er
wird  besser  im  Nichtwissen  gewusst,  als  im  Wissen;  die  Seele  hat  keine
Wissenschaft  von  ihm  ausser  im  Wissen,  dass  sie  ihn  nicht  weiss 1  (Ritter
a.  a.  0.  I.  S.  412).  Qui  melius  nesciendo  scitur,  cujus  ignorantia  vera  est
sapientia,  sagt  in  gleichem  Sinne  Scotus  Erigena,  vrgl.  Tonnemann
a.  a.  O.  VIII,  S.  86.  1.  Bachja  wiederholt  denselben  Gedanken  in  anderer
Fassung  als  seine  eigene  Ueberzeugung:  pttXni  mifl©  IffiK  fl’bSDl
(c.  10:  S.  81)  TTI3S  ÜSJ7  nn»K3  ni^SDn  n’tara  nnxii»,  woraus  zugleich
noch  eine  Bestätigung  für  die  Richtigkeit  meiner  Leseart  im  arabischen
Original  hervorgeht.
1  Nach  der  Oxfordcr  Handschrift  lautet,  diese  Stelle  im  Original:
JoLJI  xJ  JLäi  x-UI  Jlüi  xlJf
XJ,Ls?  ySM  xJ  JLiÜ  p-doC  dlLo  XJ^ls?  y&  uÄjAj
IA.®  <joL.wJt  xj  JLüi  öLo»+JU
xäjhUI  i^jLäAoJl  1*31  JöLaJÜI  s  A.2.J  AÜIyMj  xJ  (JLäj
(JjJliLb  ül  L U.  Das  Wort  l>Loj.*JL  ist  mit  iTB3t3  treffend
wiedergegeben  und  soll  jenen  Erkenntnissweg  bezeichnen,  der  früher
als  Naturbetrachtung  von  Bachja  gekennzeichnet  und  als  der  sicherste
und  lohnendste  Weg  empfohlen  wurde.
2  Aehnlich  lautet  die  Anführung  einer  Aeusserung  der  Philosophen  über
die  Frage  nach  dem  Was  Gottes  bei  Mokammez:  blNTPv  '’KttH  üTK  pH
ib  ü'i»  nai  by  xbx  nniK  irx  u  btron  ’3  ’:sa  in»  büh  bv
bsanön  b31  D’bna  (Orient.  1847,  Lb.  S.  620).
            
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