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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Bach  ja  ihn  Paknda.

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seiner  wahren  Wesensbezeichnung  Gott  noch  einmal  in  Verbindung ­
  mit  den  Erzvätern  genannt  wird,  weil  nur  diese  Bezeichnung ­
  für  das  Verständniss  des  Volkes  geeignet  war,  jene
aber  als  zu  abstract  ihm  unfassbar  geblieben  wäre.  Der  Gott
der  Väter,  der  Gott  der  Ueberlieferung  war  dem  Volke
verständlich,  daher  diese  Bezeichnung  und  ebenso  die  durch
Naturerscheinungen.  Denn  es  gibt  eben  nur  diese  beiden  Wege,
zur  Gotteserkenntniss  zu  gelangen:  1.  die  Betrachtung  seiner
in  der  Schöpfung  hervortretenden  Wirksamkeit,  und  2.  die
Ueberlieferung  von  den  Vätern  her.
Sonst  gibt  es  zwar  drei  1  Wege,  ein  Ding  zu  erkennen:
1.  den  der  sinnlichen  Wahrnehmung;  2.  den  des  Nachdenkens
und  logischen  Schliessens,  und  3.  den  der  Ueberlieferung,  bei
Gott  sind  wir  aber,  da  wir  ihn  nicht  sinnlich  wahrnehmen
können,  auf  die  beiden  letzteren  Wege  allein  angewiesen.  Der
zweite  Erkenntnissweg,  der  aus  dem  in  der  Natur  Gegebenen
mit  Hülfe  logischer  Schlüsse  zu  Aussagen  über  Gott  sich  erhebt,
muss  nach  der  Fülle  der  Verschiedenheit  in  der  Schöpfung

1  Auch  Saadias  zählt  in  der  Einleitung  (Ein.  S.  7)  drei  Quellen  von  Aussagen ­
  über  die  Dinge  auf:  I.  Sinneswahrnehmung;  II.  Vernunfterkermtniss;
  III.  Logische  Beweiskraft.  Diese  drei  entsprechen  genau  einer  von
den  lauteren  Brüdern  gegebenen  Eintheilung  der  Erkenntnissquellen:
,Der  Mensch  .  .  ,  welcher  etwas  findet,  kann  diess  nur  auf  eine  von  drei
Weisen  thun.  Er  findet  etwas  auf,  entweder  durch  eine  Sinneskraft  .  .
oder  zweitens  durch  die  Vernunftkraft,  das  ist  durch  Nachdenken,  Anschauung, ­
  Verständniss,  Unterscheidung,  richtige  Vermuthung  und  klaren
Scharfsinn.  —  Endlich  findet  er  auf  durch  zwingenden  Beweis,  d.  i.  der
Weg  der  Hinweisung.  Der  Mensch  hat  keinen  anderen  Weg  die  Vernunftobjecte ­
  zu  erfassen.  —  Auch  bei  dem  Nichtvorhandenen  gibt  es  die
entsprechenden  drei  Wege“  (Dieterici,  Weltseelc  S.  38).  Während  aber
Saadias  als  jüdischer  Religionsphilosoph  die  Tradition  als  besondere  und
vierte  Erkenntnissquelle  alifzählt,  als  rOÖSSH  nunn,  überschreitet  Baehja
die  Dreizahl  nicht,  indem  er  die  gewöhnliche  dritte  übergeht,  sie  vielleicht ­
  unter  der  zweiten  befasst  glaubt  und  an  ihre  Stelle  die  vierte  des
Saadias  als  nJÖXJH  nbspm  flTSKn  flunn  setzt,  eine  Anordnung,  die
ebenfalls  bei  den  Arabern  anzutreffen  ist,  so  z.  li.  in  Nasafi’s  Akäid
(cd.  Cureton;  Anfang)  und  einem  phil.  Fragment  hei  Palmer  (Catalog
von  Trinity  College:  Oxford  S.  47).  Der  Zusammenhang,  in  dem  hier
Baehja  die  Aufzählung  unserer  Erkenntnissquellen  mit  unserer  Gotteserkenntniss ­
  vorträgt,  findet  sich,  freilich  in  ganz  loser  Fassung,  auch
in  der  erwähnten  Stelle  bei  den  lauteren  Brüdern,  die  auch  im  Anschluss
au  ihre  Erkenntnistheorie  über  unser  Wissen  von  Gott  handeln.
            
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