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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Bachja  ibn  Pakuda.

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Aus  dieser  Erkenntniss  von  der  Unmöglichkeit  jeder
Verähnlichung  bei  Gott  erklärt  sich  die  Erscheinung  in  der
Schrift,  dass  Lob  und  Preis  zumeist  auf  den  ,Namen'  allein
bezogen  werden,  weil  Gott  eben  weder  mit  etwas  zu  vergleichen ­
  noch  auch  unter  einem  Bilde  zu  begreifen  ist.  Daher
erscheint  ,der  Name'  in  Verbindung  mit  Himmel,  Erde  und
Winden,  u.  z.  darum,  weil  wir  durch  diese  sein  Wesen  erkennen.
Neben  der  Thatsache  des  göttlichen  Daseins  ist  uns  eben
nichts  bekannt,  was  wir  an  Gott  kennzeichnen  könnten,  als
sein  höchster  Name.  Der  Name  ist  es  daher  hauptsächlich,
auf  den  Preis  und  Lob  1  bezogen  werden  und  der  neben  den
Dingen  genannt  erscheint,  die  uns  vorzüglich  zum  Bewusstsein
von  der  Existenz  Gottes  hinführen.  Jene  Naturerscheinungen 2
1  Die  Bemerkung,  dass  Gottes  Lob  und  Preis  sehr  häufig  seinem  Namen
(ar)  erwiesen  wird,  rührt  von  Saadias  her,  der  sie  am  Schlüsse  des
zweiten  Abschnitts  (Em.  S.  57)  mit  anderer  Begründung’  als  Bachja  anführt. ­
  Sogar  der  Ausdruck  für  diese  Bemerkung  ist  bei  beiden  fast  derselbe.
Bachja  sagt  (S.  76):  b«  vnibnm  ma»  an  an'»  xini»  nn  man  lsxata
x*nan  a©  und  Saadias:  nbnnm  mein  |ö  ansana  maipaa  saan  mxnn
misa  bx  arrva  Kin  IX  l’bx  arrva  U)'X.  Nach  Saadias  hat  diess  einen  sprachlichen ­
  Grund  pübn  m>yöö  p  a:  xin»,  nach  Bachja  den  philosophischen,
dass  der  Name  allein  es  ist,  was  wir  von  Gott  kennzeichnen  können.
Wenn  nun  Bachja  aber  behauptet  TP  VTI33  BIT  BÖllbl  btlb  HT  bai  (S.  77),
so  nimmt  er  unbewusst  Saadias  Resultat,  ohne  seine  Prämisse  angenommen
zu  haben,  denn  bei  Saadias  hat  diese  Thatsache  nacli  der  Eigentümlichkeit ­
  der  Sprache  wirklich  den  Zweck  ‘mib,  was  nach  dem
philosophischen  Grunde  Bachjas  kaum  der  Fall  sein  dürfte,  zumal  diese
Thatsache  nach  seiner  Darlegung  sich  als  notwendig  darstellt.
2  Neu  ist  bei  Bachja  die  Erklärung,  warum  Gott  im  Vereine  mit  Naturwundern ­
  und  geschichtlichen  Persönlichkeiten  genannt  zu  werden  pflegt.
Es  galt,  Gott  in  Verbindung  mit  dem  zu  bezeichnen,  wodurch  uns  ganz
besonders  seine  Existenz  klar  ist,  und  dazu  sind  eben  vornehmlich  jene
beiden  geeignet.  Diese  ganze  Stelle  hat  bei  den  Uebersetzern  eine  Reihe
von  Missverständnissen  zu  erleiden  gehabt.  Baumgarten,  der  die  Worte
mn  nbrni  ,Das  hat  den  Grund 1  mit  dem  Satze:  ,womit  er  herausgehoben
haben  will 1  übersetzt  (S.  32)  und  nbjlHl  gelesen  zu  haben  scheint,  hat  die
Worte  lnijyT  WÖÖ  “WX  uniibersetzt  gelassen.  Die  Worte:  JHU  lniXTÖl
lJ’niax  “uta  man  irbx  gibt  er  mit:  ,Seine  Existenz  ist  uns  bekannt  von
unseren  Eltern  aus‘  wieder  (S.  jb).  Was  bedeutet  dann  aber  der  darauf
folgende  Begründungssatz:  Und  das  darum,  weil  er  uns  von  dieser  Seite
bekannt  ist?  Das  hiesse  dann:  Gott  ist  uns  bekannt,  weil  er  uns  bekannt
ist.  Weiter  übersetzt  Baumgarten  die  Worte  "YDJJ2  DrV’bK
DllTiin!  ,Möglich  hat  er  sich  ihnen  geoffenbart,  weil  sie  in  ihrer  Zeit  im
            
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