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Kaufmann.
Stellen geistig- aufzufassen und die krasse Körperlichkeit solcher
Ausdrücke möglichst abzustreifen, wie dies bereits Saadias
in seinem religionsphilosophischen Werke, im Commentar zur
Bibel und zum Buche Jezira 1 genügend ausgeführt hat. Das
bedarf daher keiner weiteren Darlegung.
Wozu aber überhaupt solche Attribute, die hinterher doch
wieder vergeistigt, in anderem Sinne gefasst, aufgehoben werden
müssen? Lediglich der Nothwendigkeit, die Ueberzeugung
vom Dasein Gottes in den Seelen zu befestigen, verdanken sie
ihre Anwendung. 2 Nur weil es nöthig ist, dass der Mensch,
wenn er Gott verehren soll, einen Begriff von ihm habe, dieser
aber durch blosse Abstracta niemals zu erreichen ist, hat die
Schrift lieber diese körperlichen Ausdrücke gewählt, die Allen
1 Auf einige der hier von Bachja angeführten Stellen aus dem Pentateuchund
dem Jezira-Commentar beruft Saadias sieh selbst zu wiederholten
Malen (Ein. I, 1; S. 20; II, 3; S. 44).
2 Den tiefen Gedanken von dem Erziehungsplane des göttlichen Gesetzes,
das zu Menschen sinnlich spricht und daher auch leibliche Ausdrücke
über Gott nicht scheut, schreibt Bachja deutlicher und schärfer, als es in
der Uebersetzung uns vorliegt, im arabischen Texte dem Saadias zu.
Munk (Notice sur Saadia 44, 1) führt diese Stelle an. Anklänge an
diesen Gedanken findet man auch bei den Arabern. So erklären die
lauteren Brüder die ,fleischlichen 1 Ausdrücke des Korans in einer Bachjas
Erklärung durchaus analogen Weise. ,Alle Menschen werden angeredet,
je nachdem es ihrer Vernunft- und Erkenntnissstufe, ihrem Erkenntnisvermögen
entspricht, da die Propheten sowohl für die Höheren als das
Volk, sowie für Alle, die dazwischen stehen, reden 1 (Dieterici, Anthropologie
S. 153). Genau so sagt Bachja (S. 74): ni'TinW T“l5t ITH p bp
yölltin nra na 'SS D’S’jym mban. ,Er [der Prophet], heisst es bei den
lauteren Brüdern weiter, stellte daher die Eigenschaften des Paradieses
in seinem Buche körperlich dar, damit solche dem Verständniss der Leute
nahe kommen, sie sich dieselben leicht vorstellen könnten und ihre
Seelen danach Begierde hätten* (a, a. O. S. 154). Aelmlich sagt Bachja:
nbnna nvaiwn mban p pian r.wan "pn bp laS bp pj>n bia'ir na-Auch
Ihn Sina setzt in ähnlicher Weise das Verhältnis von Offenbarung
und Philosophie auseinander: ,Die Offenbarung sei für alle Classen des
Volkes und müsse daher in einer bildlichen Weise reden, in welcher sie
für die Menge verständlich werde* (Ritter a. a. O. 8, S. 20, 2). Den
Grund Bachjas für die Thätigkeitsattribute, dass sie nämlich auf die allgemeine
Fassungskraft berechnet waren, scheint Ahron ben Elia entlehnt
zu haben, da er in gleicher Absicht von denselben absolut behauptet;
vmm parfc ns b *6k (Ez chajim, c. 93).