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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufm  an  n.

positive  Attribut  kann  nur  entweder  das  einer  Substanz  oder
eines  Accidens  sein,  dem  Schöpfer  von  Substanz  und  Accidenz
kann  aber  keine  ihrer  Eigenschaften  zukommen.  So  kann  also
nur  Negatives  1  von  Gott  ausgesagt  werden.
Mussten  die  Wesensattribute  als  solche  aufgefasst  werden,
die  nur  Gott  allein  zukommen,  so  kann  die  zweite  Gruppe
von  Eigenschaften,  die  der  Thätigkeitsattribute 2 ,  Gott  und  den

1  Die  Delire  von  den  negativen  Attributen,  die  neuplatoniselien  Ursprungs
ist  (vrgl.  Zeller  III 2 ,  2,  436),  haben  von  Al-Kendi  an  alle  arabischen
Philosophen  angenommen  (Munk,  Mel.  319,  320,  341  A.  1).  Diese  Lehre,
die  Bachja  vor  Saadias  auszeichuet,  ist  eigentlich  der  Sache  nach  schon
bei  ihm  vorhanden,  da  er  die  tiefe  Einsicht  ausspricht,  streng  genommen
würde  nur  das  Sein  allein  13*73  flW'H  (S.  50)  von  Gott  behauptet
werden  können.  In  scharfer  Ausbildung  scheint  sie  Mokammez  bereits
gekannt  zu  haben,  wie  dies  besonders  aus  folgender  Stelle  hervorgeht:
oiiyn  pibn  isa  abs  nmyias  man:  sb  döh  am  mnwan  a'j'jyn  bax
aan  rby  maxtysi  nn'a  uo»  upmn  ’n  rby  uiisxir  ryy  '3  uöö  a-pnun
niabtt  i:aö  upmn  nsm  yaur  rbv  inastyai  nibisi  m'raa  uaa  upmn
jmn  (Orient  1847,  Lb.  S.  682).  Bemerkenswerth  ist  es  übrigens,  dass  in  Spanien ­
  Leugnung  der  Attribute  mit  Orthodoxie  bei  den  Arabern  sicli  vertrug,
was  nach  dem  eigentlichen  Kalärn  nicht  statthaft  ist.  So  bemerkt  z.  B.
Kremer  (a.  a.  O.  S.  89)  von  Ihn  Hazm:  ,1m  orthodoxen  und  glaubenseifrigen ­
  Spanien  schrieb  um  1058  der  gelehrte  und  fromme  .  .  Ihn  Hazm
sein  Werk  über  die  Religionen  und  Sekten  .  .  leugnet  aber  mit  einer
Heftigkeit,  die  eines  Mu’taziliten  würdig  wäre,  die  Attribute 4 .  Wiewohl
also  bei  Juden  und  Arabern  der  Ansatz  zur  Lehre  von  den  negativen
Attributen  vorhanden  war,  so  verräth  deren  Entwickelung  bei  Bachja
dennoch  neuplatonischen  Ursprung,  wie  auch  schon  die  Aufstellung  so  rein
abstracter  Wesensattribute,  wie  Sein,  Einheit  und  Ewigkeit  auf  eine
philosophische  Quelle  schliessen  lässt  und  speciell  mit  Proklus  (s.  Zeller
III 2 ,  2,  715)  manche  Verwandtschaft  zeigt.
2  Nach  Schahrastani  (IL  I,  95)  ist  die  Unterscheidung  zwischen  Attributen
des  Wesens  und  des  Thuns  JuiaJI  neueren
Ursprungs.  Jedoch  wird  im  Fikh  alakbar,  einem  um’s  Jahr  800  geschriebenen ­
  arabischen  Katechismus,  diese  Unterscheidung  bereits  angeführt ­
  und  als  Beispiele  für  die  Thätigkeitsattribute  werden  ,die
Schöpfung,  die  Ernährung,  die  Entwickelung,  die  Hervorbringung  und
noch  andere  Attribute  der  Energie 4  daselbst  aufgezählt  (s.  Kremer  a.  a.
O.  S.  40).  Auch  bei  Saadias  finden  wir  diese  Unterscheidung  p3
D^rS!"!  filöttfl  Düjpn  (Em.  II,  8;  S.  54).  Blochs  Einwände  gegen  diese  Behauptung ­
  (Frankel-Grätz  Mtsch.  1870,  S.  407)  habe  ich  in  meiner  Darstellung ­
  der  Saadianischen  Attributenlelire  widerlegt.  Bei  Maimuni  (Guide  I,
C.  52)  bilden  die  Thätigkeitsattribute  die  fünfte  Abtheilung  der  Eigenschaften.
            
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