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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Baclija  ihn  Pakuda.

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hat  alsu  die  Vielheit  von  Bezeichnungen  zur  Folge,  vielmehr
ist  es  die  Schwäche  der  menschlichen  Sprache,  die  das
durchaus  einheitliche  Wesen  Gottes  mit  den  klar  daraus  hervorgelienden
  Bestimmungen  in  einem  einzigen  Ausdruck  zu
umfassen  und  anschaulich  zu  machen  nicht  im  Stande  war.
Hält  man  den  Grundsatz  von  der  Unvergleichbarkeit 1
Gottes  unausgesetzt  fest,  so  wird  man  auch  die  Bezeichnungen
göttlicher  Eigenschaften  richtig  beurtheilen.  Man  wird  dann
erkennen,  dass  den  Attributen  nur  negative  Bedeutung  zuzuschreiben ­
  ist,  dass  sie  gewöhnlich  nur  das  besagen  wollen,
dass  das  Gegentheil  des  durch  sie  Ausgedrückten  von  Gott
fernzuhalten  sei.  So  sagt  denn  auch  Aristoteles:  2  Die  negativen
Attribute  Gottes  sind  wahrer  als  die  positiven.  Denn  jedes

eben  gar  nichts  aussagt  (vrgl.  Bruch  a.  a.  O.  S.  04;  Bretschneider  a.  a.
O.  S.  478).  Es  bedarf  also  selbst  bei  negativen  Attributen  des  Nachweises, ­
  dass  die  durch  sie  mitgesetzten  Positionen  keine  Vielheit  in  Gott
erzeugen,  wie  denn  auch  Abraham  ihn  Daud  die  Vielheit  der  negativen
Attribute  aus  einem  Schielen  unseres  Verstandes  erklärt,  dem  die  reine
Einheit  in  eine  Vielheit  auseinandergeht,  wie  der  Schielende  ein  Ding
doppelt  sieht  (Em.  Rain.  S.  53,  Weils  Uebers.  S.  07).
1  Auch  Saadias  führt  als  fünftes  Wesensattribut:  die  Unvergleichlichkeit
Gottes  an,  das  mehr  ein  Attribut  der  Attribute  als  Gottes  selbst  ist,  indem ­
  es  diesen  den  Charakter  der  Negation  leiht  und  sie  über  die  Sphäre
des  gewöhnlich  durch  sie  bezeichneten  Endlichen  herausheben  will.
2  Der  arabische  Text  lautet:
^JQ  wie  Munk  (Guide  I,  239  Anm.)  angibt,
der  diese  angeblich  dem  Aristoteles  entlehnte  Stelle  für  apokryph  erklärt.
Möglich,  dass  sie  in  einer  pseudoaristotelischen,  von  neuplatonischen
Ideen  erfüllten  Schrift,  wie  es  z.  B.  die  Theologie  des  Aristoteles  ist,
diesem  zugeschrieben  erschien.  Baclija  scheint  sie  dem  Mokammez  entlehnt
  zu  haben,  bei  dem  sie  so  lautet:  DllnD  '3  Fpmb’Sn  aPBBB-|K  “l»Kl
nnvan  nvvnn  ja  mr  xnan  bs  paxb  itm  na«  p  nusmaan  (Orient  ist7,
Lb.  63-J;  mp  rvo’bn  S.  76).  Abraham  ibn  Daud  führt  diese  Stelle  ohne
Nennung  des  Aristoteles  zwar,  aber  als  eine  offenbar  bekannte  und
canonartige  an  in  der  Fassung:  b)>  D^flÖK  “IfllP  B'IKnn  IN  a’lÖKanty  JH
Wlb’bwn  an  QjaX  Tl’l  TP  bxn  (Em.  ram.  S.  51).  Ihn  Falaquera  im
mian  mia  S.  29  citirt  die  Stelle  in  wortgetreuer  Uebersetzung  des  von
Munk  (a.  a.  O.)  nütgetheilten  arabischen  Textes  aus  Baclija,  woraus
hervorgelit,  dass  die  Anführung  aus  Aristoteles  bei  Baclija  (S.  72)  sich  bis  zu
den  Worten  I 1 ?  DUTUM  H3D1  erstreckt.  Das  Citat  bei  Falaquera  stammt
vielleicht  aus  Künchis  Version.
            
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