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Schöpfer. Auf demselben Wege gelangt aber auch der Mensch
zu Aussagen über Gottes Eigenschaften, denn aus der Art des
Gewirkten schliesst er auf die Art des Wirkenden und nach
den verschiedenen Gesichtspunkten, unter denen die Welt sich
ihm darstellt, glaubt er, verschiedene Seiten im Wesen des
Schöpfers bezeichnen zu können. Mannigfach, 1 wie die Schöpfungen
Gottes und seine an diesen hervortretenden Wirkungen
und Wohlthaten, sind nach Baclija (c. 10) die von den
Menschen Gott beigelegten Eigenschaften. Und doch kann die
Fülle sowohl der auf diesem Wege durch die Vernunft gefundenen,
als auch der in der Schrift vorkommenden göttlichen
Eigenschaften in zwei Gruppen zusammengefasst werden, in
die 1. Wesens- und 2. Thätigkeitsattribute.
Wesensattribute sind diejenigen, die nicht aus dem Verhältniss
Gottes zu seinen Geschöpfen abgeleitet ihm vor und
nach diesen an und für sich zukommen. Nur drei solcher
können wir Gott beilegen, es sind diess: Seiend, Einer, Ewig.
Ihnen ist vornehmlich die Bedeutung zuzuschreiben, dass sie
den Gottesbegriff dem Bewusstsein der Menschen vermitteln
und nahebringen. Sie sind allesammt auf speculativem Wege
gefunden und aus sicheren Beweisen abgeleitet. Die Betrachtung
alles Geschaffenen hat uns zur Annahme eines Schöpfers
genöthigt, den wir seiend uns denken müssen, denn von dem
Nichtseienden kann keine Wirkung ausgehen. Die Schöpfung
hat uns zur Annahme einer letzten Ursache hingeleitet, vor
der es keine frühere geben kann, so mussten wir denn Gott
ewig nennen. Ebenso haben entscheidende Beweise uns gelehrt,
dass Gott Einer, ja dass er die von jeder Art der Vielheit
freie Einheit ist.
1 Mit diesem Gedanken Bachjas vergleicht sich auffällig eine Aeusserung,
die von den Arabern dem Pythagoras zugeschrieben wurde: ,Es erkenne
ihn (den Schöpfer) jede der Welten nur nach Maassgabe der Wirkungen,
welche in ihr zur Erscheinung kommen, so dass sie ihm Attribute beilege
und ihn beschreibe nach diesem Maasse, welches ihr von seinem
Wirken eigenthümlich ist, dass also den Existenzen in der geistigen Welt
eigenthümliehe geistige Einwirkungen eigen seien und sie ihm in Folge
dieser Einwirkungen Attribute beilegen: es beschreibe ihn (den Schöpfer)
also Jeder nach seinem (eigenen) Wesen und halte ihn heilig nach den
Eigenthümlichkeiten seiner (eigenen) Eigenschaften 4 (Sehahr. II. IT, 98, 99).
Bachjas Worte gewinnen durch diese Stelle an Klarheit.