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Kaufmann.
sehen Vorgängern, 1 nicht von den arabischen Peripatetikern, 2
aus dem neuplatonischenIdeenkreise allein kann er diesen
Gedanken entlehnt haben. Mit diesem Gedanken war das Wesen
Gottes in jene überschwengliche Höhe mystischer Unerreichbarkeit
hinaufgerückt, zu der die ahnende Seele sehnsuchtsvoll
emporschaut, mit den Kräften ihres Denkvermögens aber nicht
emporzudringen vermag.
Nach der im Kaläm gebräuchlichen Darstellung der Lehre
von Gott hätte Bachja auf den Nachweis der Einheit die Be-1
Sowohl die Ausführungen des Saadias (Ein. 11, 2, 3), wie die Aeusserungen
des Mokammez über die Einheit Gottes gehen von der bekannten mu’tazilitischen
Forderung aus, Gottes Wesen von jeder Vermehrfachung freizuhalten,
von einer Identification Gottes und der Einheit kann bei ihnen
keine Rede sein. Die Worte des Mokammez (Lb. 47, 643): Sinti’ '3*7
"niwa xbi nam» 161 pbnna xSi s^nna xb mann niTir lö® mnan
wollen bloss Einheit des Wesens von Gott aussagen, nicht ihn die wahre
Einheit nennen.
2 Sowohl die Aeusserungen Alfarabis (Selnnölders, Documenta S. 46) als
die Ibn Sinas über diesen Gegenstand beweisen, dass sie nur aus der
Annahme des Nothwendig-Existirenden, eines Begriffes, den Bachja gar
nicht kennt, die Einheit Gottes ableiteten. Für Ibn Sina geht dies besonders
aus der Stelle hervor, wo er über die Einheit des Nothwendig-Existirenden
am ausführlichsten sich ausspricht: ,Es ist . . vollkommen
in seiner Einzigkeit, Eines von Seiten des Vollkommenseins seiner
Existenz, Eines in der Beziehung, dass seine Begriffsbestimmung ihm zukommt,
Eines in der Beziehung, dass es nicht getheilt wird durch das
Wieviel und durch die Bestandteile, welche es constituiren, auch nicht
durch Tlieile der Begriffsbestimmung, Eines in der Beziehung, dass jedem
Dinge eine Einheit und dadurch Vollkommenheit seiner wesenhaften
Wahrheit zukommt, und Eines in der Beziehung, dass seine Rangstufe
seitens der Existenz, nämlich die Notwendigkeit der Existenz, nur ihm
allein zukommt 1 (Schahr. H. II, 253).
2 Plotins Aeusserungen über die absolute Einheit Gottes (ro mzvrw; ev =
a'33 bSÖ “IHK xnan bei Bachja c. 9, Ende) haben mit denen Bachjas so
viel Uebereinstimmendes, dass an dem neuplatonischen Ursprung der
Lehre von der Einheit Gottes bei Bachja nicht gezweifelt werden kann.
Mag auch Plotin selbst niemals ins Arabische übersetzt worden sein
(Munk Melanges 240; Renan, Averroes et l’Avorroisme S. 71, 1), so ist
doch die Bekanntschaft der Araber mit dem neuplatonischen Schriftthum
eine so wohl bezeugte Thatsaclie (Schahr. H. 11, 192—197; 429, Munk a. a. 0.
Selnnölders Essai S. 98, Steinschneider, Al-Farabi S. 115, 50), dass die Abhängigkeit
Bachjas von den Neuplatonikern nichts Auffälliges haben kann.