Die Theologie des Bachja ihn Pakuda.
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Mehrheit sein. Was ist nun die Ursache dieser beiden? I)ie
Mehrheit kann es nicht sein, denn sie folgt begrifflich der
Einheit, sie ist das Spätere, wie die Zahl später ist als ihre
Wurzel, die Eins. Eine erste Ursache müssen sie haben, denn
die Ursachen können nicht ins Unendliche gehen. Einheit und
Mehrheit können es auch nicht sein, denn Einheit und Mehrheit
können doch unmöglich Einheit und Mehrheit geschaffen
haben, nachdem kein Ding sich selber macht. Da nun weder
die Mehrheit allein, noch beide zusammen die Ursache beider
sein können, so bleibt allein die Einheit als solche übrig. So
ergibt sich uns von der einen Seite als Ursache der beiden
obersten Principien 1 der Welt und mithin der Welt selbst die
Einheit, von der anderen Seite hat sich uns bereits Gott als
Ursache 2 der Welt ergeben, woraus denn klar hervorgeht, dass
Gott die Einheit ist.
Was wir an einem Dinge als Accidenz antreffen, muss
bei einem anderen substantiell anzutreffen sein, so zwar, dass
es nur mit dem Aufhören des Dinges von ihm weicht. So ist
an warmem 3 Wasser die Wärme Accidenz, am Feuer Substanz.
Es muss aber auch dieses Accidens von jenem Dinge herrühren,
in dem es als Substanz sich findet, wie denn auch warmes
1 Bachja hätte hier, wenn ihm die Lehre Gabirols, dass die Vielheit auf
die Seite der Materie, die Einheit auf die der Form falle (Melanges
S. 115, 116, V, 33 und 47), bekannt gewesen wäre, leicht den scheinbaren
Widerspruch lösen können, der darin liegt, dass er (c. 7, I) Materie
und Form, liier wiederum Einheit und Vielheit als oberste Principien der
Welt darstellt.
2 Bachja beruft sich hierfür nicht auf den Beweis für das Dasein des
Schöpfers (c. 6), sondern auf den ersten Einheitsbeweis, weil aus diesem
hervorging, dass nach dem Gesetze der an Zahl immer mehr abnehmenden
Ursachen die letzte Ursache Eine sein müsse, was mit dem von
dieser Seite sich ergebenden Beweise, dass das oberste Princip der Welt
die Einheit sei, zusammenstimmt.
3 Die Prämisse für diesen Beweis Bachjas können wir in einem Ausspruche
der lauteren Brüder finden: ,Das Feuer schüttet Erwärmung auf die
Gegenstände um sich her aus, somit ist Wärme dem Feuer substantiell
und die es herstellende Form. Ebenso besteht der Erguss des Wassers
im Befeuchten und Benetzen der demselben benachbarten Körper, die
Feuchte ist. dem Wasser substantiell, sie ist die sein Wesen herstcllende
Form 1 (Dieterici, Weltseele S. 142).