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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

K  aufm  ann.

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dieser  Einheit  nicht  die  Rede  sein,  da  ihr  strenger  Regriff  jede
Zusammensetzung  und  Mehrheit  ausschliesst,  die  Aehnlichkeit
aber  als  ein  Aecidens  sie  vermehrfachen  würde.  Wir  können
mit  Einem  Worte  von  dieser  Einheit  keine  Eigenschaft  aussagen,
da  diese  neben  seinem  Wesen  bestehend  in  dasselbe  Mehrheit
brächte.  Man  darf  aber  nicht  so  weit  gehen  und  sagen,  man
könne  demnach  nicht  einmal  von  dieser  Einheit  aussagen,  dass
sie  Eins  sei,  weil  auch  dicss  eine  Eigenschaft,  ein  Aecidens  ihres
Wesens  wäre,  denn  mit  der  Aussage  ihres  Einsseins  haben  wir
nur  ihr  Wesen  umschrieben  und  Mehrheit  oder  Vielfachheit  davon ­
  ferngehalten,  worauf  unsere  Aussage  über  sie  sich  beschränkt.
Wie  in  dem  bekannten  Beweise  für  das  Dasein  Gottes
(vgl.  Maimonides  a.  a.  O.  II,  1)  aus  dem  Vorhandensein  der
mit  möglicher  Existenz  ausgestatteten,  vergänglichen  Dinge  auf
ein  Wesen  von  nothwendiger  Existenz  geschlossen  wird,  so  hat
Bachja  aus  der  in  der  Welt  vorhandenen  Mehrheit  die  reale
Existenz  einer  substantiellen  Einheit  postulirt.  Sie  muss  existiren,
  weil  es  ohne  sie  eine  Mehrheit  gar  nicht  geben  könnte.
Von  Gott  wissen  wir  bereits,  dass  er  Einer  ist,  es  gilt  nur  noch
den  Nachweis,  dass  es  diese  Art  der  Einheit  ist,  die  ihm
zukommt  oder  richtiger,  dass  beide,  Gott  und  diese  Einheit
zusammenfallen.  Bachja  führt  diesen  Nachweis  auf  zweierlei  Art.
Wodurch  entsteht  ein  Zusammengesetztes?  Durch  getrennte ­
  Theile,  durch  Mehrheit.  Wodurch  besteht  ein  Zusammengesetztes? ­
  Durch  zusammenhängende  Thoile,  durch  Einheit.
Trennung  und  Zusammenhang,  Mehrheit  und  Einheit  sind  die
zwei  Principien,  durch  die  jede  Zusammensetzung  zu  Stande
kommt.  Die  Welt  erweist  sich  in  allen  ihren  Theilen  als  Zusammensetzung, ­
  ihre  Principien  müssen  daher  Einheit  und
von  der  Eins  der  substantiellen  Einheit  zu  sprechen  nöKH  “117X2  nnnSnif
mpa,  die  man  nicht  in  übertriebener  Auffassung  von  dem  strengen  Begriffe ­
  der  Einheit  für  ein  Aecidens  halten  dürfe  und  darum  getrost  aussagen
  könne.  Ferner  ist  aber  hier  auch  gar  nicht  der  Ort,  wo  die  Besprechung ­
  der  Lehre  Ihn  Sirias  über  die  Einheit  ihren  Platz  zu  finden
hätte,  da  hier  von  Gott  noch  gar  nicht  die  Rede  und  die  substantielle  Einheit
uns  noch  ein  Ding  neben  ihm  ist.  Vielmehr  wäre,  wenn  Bachja  von
dieser  Lehre  wirklich  Kunde  gehabt  hätte,  in  der  Entwickelung  der  göttlichen ­
  Eigenschaften  davon  zu  reden  gewesen,  wie  denn  in  der  That  auch
Maimonides  und  Lewi  lien  Gerson  bei  Gelegenheit  derselben  darüber  gesprochen ­
  haben.
            
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