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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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lva  ufraann.

Sicherheit,  wie  wenn  wir  ihn  gesehen  hätten,  die  Ueberzeng-ung
von  ihm  uns  verschaffen,  dass  er  besteht,  Einer  ist  und  ewig
in  der  Vergangenheit  wie  in  der  Zukunft,  mächtig,  weise  und
lebendig. 1  Zum  Bestände  dieses  Werkes  war  nur  ein  einziger
Schöpfer  unbedingt  erforderlich,  wir  können  darum  nicht  mehr
als  Einen  annehmen.  Wollte  jemand  behaupten,  es  gebe  mehr
als  Einen,  so  müsste  er  dafür  einen  Beweis  bringen,  das  ist
aber  unmöglich,  da  der  Beweis  für  die  Einheit 2  Gottes  als  ein
speculativer  nicht  durch'  einen  anderen  umgestossen  werden
kann.  Vielmehr  wird  durch  Beweise  nur  die  Einheit  Gottes,
seine  Freiheit  von  aller  Vielfachheit,  Vergesellschaftung  und
Verähnlichung  in  verstärktem  Maasse  dargethan  werden.
IV.  Nehmen  wir  an,  es  gebe  mehrere  Götter,  so  muss
das  Wesen  jedes  einzelnen  entweder  gleich  oder  verschieden
sein.  Haben  alle  Ein  Wesen,  gibt  es  also  nichts,  was  sie
trennte  und  zu  einer  Mehrheit  machte,  so  können  wir  nicht
mehrere  annehmen,  dann  gibt  es  eben  nur  Einen 3  Gott.  Hat
aber  jeder  einzelne  ein  besonderes  Wesen,  so  muss  jeder
1  Diese  scheinbar  nicht  in  diesen  Beweis  gehörende  Ausführung  hat  darin
ihren  Grund,  dass  Bachja  gegen  den  Einwurf  bereits  liier  sich  verwahren
will,  wie  denn  von  einem  Gegenstände,  der  unserem  Anblick  sich  entzieht, ­
  mit  solcher  Bestimmtheit  Einzigkeit  ausgesagt  werden  könne.  Da
findet  es  denn  Bachja  geeignet,  gerade  in  diesem  Beweise  aus  der  Tliatsache
  der  Weltschöpfung  die  Art  anzugeben,  wie  wir  zu  Aussagen  über
Gott  gelangen  können.
2  Dieser  Beweis  ist  dem  Kaläm  entlehnt  und  ist  der  vierte  der  von  Maimonides
  aufgezählten  kalamistisehen  Beweise  für  die  Einheit  (Guide  I,
74,  4.  S.  424).  Er  entspricht  demselben  genau,  denn  auch  dieser  betont
nur  das  Bewiesensein  eines  einzigen  Schöpfers.  Doch  scheint  ihn  Bachja
durch  das  Medium  des  Saadias  aufgenommen  zu  haben,  dem  er  hier  fast
wörtlich  folgt.  Bachja  sagt:  nbit  mx-m  xbx  mm  la^pir  xb  “tnxa  im 1
axm©  rrxnn  und  Saadias:  iTifin  nbit  rfw  rvxn  bx  "pat  l’by  ppDiaw  na  ~x
X'nn  (Em.  II,  2.  S.  42).  Bachja  hat  liier  mit  richtigem  Takte  den  zweiten
und  dritten  Einheitsbeweis  des  Saadias,  die  in  der  That  sich  nicht  von
einander  unterscheiden,  zusammengenommen.  Auch  hier  zeigt  er  dieselbe
genaue  Anlehnung  an  Saadias.  So  heisst  es  bei  diesem  (Em.  a.  a.  0.):
nrsx  vby  spaia»  na  bax  mybn  nirsx  w  naa  rroiyn  pjjn  nu  baten
vbx  -pix  pxi  myba  und  ähnlich  bei  Bachja:  unjn  b»  mbynb  iMnsnn
nirax  nnxa  nnv  px  a’temnan  mx’aaa  mybn  x-x  ’a  axna  nnx  xnate
vbx  “ins  pxi  myba
3  Vrgl.  über  denselben  Beweis  bei  Johannes  Damascenus  Tiedemann,  Geist
der  spec.  Phil.  IV,  S.  43.
            
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