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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufmann.

allem  Seienden  hervortretenden  Ordnung  und  Zusammensetzung'
folgt  nach  der  dritten  Prämisse,  dass  die  Welt  geschaffen  sei.
Da  sie  nach  der  ersten  Prämisse  sich  nicht  selbst  geschaffen

diess  Abraham  ibn  Daud  auts  Entschiedenste,  Jö  “löinn  p"l.  n’H'  xb
rniltn  sagt  er  ausdrücklich  Em.  ram.  S.  10.  Ueber  die  Eintheilung  der  Form
iu  eine  substantielle  und  accidentelle  und  ihr  Verhältniss  zu  Aristoteles
äussert  sich  Herr  Prof.  Zeller  brieflich  folgendermassen:  ,Die  Unterscheidung
der  substantiellen  und  accidentellen  Formen  erinnere  ich  mich  nicht  bei
Aristoteles  gefunden  zu  haben,  und  sie  passt  auch  nicht  für  ihn,  denn
das  ilooi  ist  nach  seiner  Ansicht  die  oüa!«  des  Dings  (a.  a.  0.  259  ff.).
Dass  die  erste  Form  Ursprung  aller  andern  sei,  ist  der  Sache  nach  neupytliagoreische
  Lehre,  und  wird  in  den  von  Neupythagoreern  den  alten
Pythagoreern  unterschobenen  Schriften  auch  für  die  Lehre  des  Pythagoras
ausgegeben  (Phil.  d.  Gr.  I,  3.  Auf!.,  S.  308  f.  lila.,  2.  Aufl.  S.  98  f.  101);
mit  diesen  Worten  stellt  es,  so  viel  mir  bekannt  ist,  in  keinem  der  uns
erhaltenen  neupythagoreischen  Fragmente,  es  mag  aber  von  irgend  einem
der  späteren,  neuplatonischen  Aristoteliker  oder  von  einer  pseudopythagoreischen ­
  Schrift  jener  Satz  als  pythagoreisch  überliefert  worden  sein 1 .
Bachjas  Worte  finden  aber  ihre  volle  Erklärung  durch  die  Lehren  der
lauteren  Brüder,  denen  hier  Bachja  durchaus  gefolgt  ist.  ,Also  verfuhr
Gott:  Zuerst  begann  er  mit  der  Schöpfung  und  Herstellung  der  vier  für
sieh  bestehenden  Naturen,  die  mit  einander  ringenden  und  sich  befehdenden ­
  Kräften  versehen  sind.  Darauf  verband  er  je  zwei  derselben,  .so
dass  vier  Elemente  mit  einander  vermählten  und  verbundenen  Naturen,
mit  sich  entsprechenden  Kräften  entstanden.  Das  sind  die  Elemente
(Dieterici,  Anthropologie  8.  3).  Neben  dieser  aristotelisch  gefärbten
Aeusserung,  die  mit  der  von  Maimonides  vorgetragenen  (Guide  II,  19,
S.  140)  übereinstimmt,  gibt  es  eine  andere  von  ihnen  über  denselben
Gegenstand.  ,Die  Körper  unter  der  Mondsphäre  bestehen  aus  sieben
Arten.  Vier  davon  sind  die  Allmütter  (Elemente),  nämlich  Feuer,  Luft,
Wasser  und  Erde;  und  drei  davon  sind  die  erzeugten  Theilwesen:  Thier,
Pflanze  und  Mineral.  Wir  beginnen  nun  zunächst  mit  der  Beschreibung
der  Allmütter  und  sagen:  jedes  dieser  Elemente  ist  aus  Materie  und
Form  zusammengesetzt.  Ihrer  aller  Materie  ist  der  (absolute)  Körper;
doch  ihre  Form,  durch  die  sich  jedes  einzelne  vom  anderen  sondert,  das
ist  die  Form,  welche  das  Wesen  jedes  einzelnen  derselben  herstellt.  Da
nun  die  Form  in  zwei  Arten  zerfällt,  in  die  herstellende  und  vollendende,
so  müssen  wir  beide  näher  bestimmen,  damit  der  Unterschied  zwischen
beiden  erkannt  werde.  Wir  sagen  nun,  dass  die  das  Wesen  des  Dinges
herstellende  Form  diejenige  ist,  welche,  wenn  sic  sich  von  ihrer  Materie
trennt,  die  Existenz  dieses  Dinges  dadurch  vernichtet,  Die  vollendende
Form  hingegen  ist  diejenige,  durch  welche  das  Ding  zu  dem  je  vollkommensten ­
  Zustande  gelangt,  dessen  es  fähig  ist.  Trennt  diese  sich  von
ihrer  Materie,  so  ist  die  Existenz  der  Materie  noch  nicht  damit  aut-
            
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