234
Kaufmann.
allem Seienden hervortretenden Ordnung und Zusammensetzung'
folgt nach der dritten Prämisse, dass die Welt geschaffen sei.
Da sie nach der ersten Prämisse sich nicht selbst geschaffen
diess Abraham ibn Daud auts Entschiedenste, Jö “löinn p"l. n’H' xb
rniltn sagt er ausdrücklich Em. ram. S. 10. Ueber die Eintheilung der Form
iu eine substantielle und accidentelle und ihr Verhältniss zu Aristoteles
äussert sich Herr Prof. Zeller brieflich folgendermassen: ,Die Unterscheidung
der substantiellen und accidentellen Formen erinnere ich mich nicht bei
Aristoteles gefunden zu haben, und sie passt auch nicht für ihn, denn
das ilooi ist nach seiner Ansicht die oüa!« des Dings (a. a. 0. 259 ff.).
Dass die erste Form Ursprung aller andern sei, ist der Sache nach neupytliagoreische
Lehre, und wird in den von Neupythagoreern den alten
Pythagoreern unterschobenen Schriften auch für die Lehre des Pythagoras
ausgegeben (Phil. d. Gr. I, 3. Auf!., S. 308 f. lila., 2. Aufl. S. 98 f. 101);
mit diesen Worten stellt es, so viel mir bekannt ist, in keinem der uns
erhaltenen neupythagoreischen Fragmente, es mag aber von irgend einem
der späteren, neuplatonischen Aristoteliker oder von einer pseudopythagoreischen
Schrift jener Satz als pythagoreisch überliefert worden sein 1 .
Bachjas Worte finden aber ihre volle Erklärung durch die Lehren der
lauteren Brüder, denen hier Bachja durchaus gefolgt ist. ,Also verfuhr
Gott: Zuerst begann er mit der Schöpfung und Herstellung der vier für
sieh bestehenden Naturen, die mit einander ringenden und sich befehdenden
Kräften versehen sind. Darauf verband er je zwei derselben, .so
dass vier Elemente mit einander vermählten und verbundenen Naturen,
mit sich entsprechenden Kräften entstanden. Das sind die Elemente
(Dieterici, Anthropologie 8. 3). Neben dieser aristotelisch gefärbten
Aeusserung, die mit der von Maimonides vorgetragenen (Guide II, 19,
S. 140) übereinstimmt, gibt es eine andere von ihnen über denselben
Gegenstand. ,Die Körper unter der Mondsphäre bestehen aus sieben
Arten. Vier davon sind die Allmütter (Elemente), nämlich Feuer, Luft,
Wasser und Erde; und drei davon sind die erzeugten Theilwesen: Thier,
Pflanze und Mineral. Wir beginnen nun zunächst mit der Beschreibung
der Allmütter und sagen: jedes dieser Elemente ist aus Materie und
Form zusammengesetzt. Ihrer aller Materie ist der (absolute) Körper;
doch ihre Form, durch die sich jedes einzelne vom anderen sondert, das
ist die Form, welche das Wesen jedes einzelnen derselben herstellt. Da
nun die Form in zwei Arten zerfällt, in die herstellende und vollendende,
so müssen wir beide näher bestimmen, damit der Unterschied zwischen
beiden erkannt werde. Wir sagen nun, dass die das Wesen des Dinges
herstellende Form diejenige ist, welche, wenn sic sich von ihrer Materie
trennt, die Existenz dieses Dinges dadurch vernichtet, Die vollendende
Form hingegen ist diejenige, durch welche das Ding zu dem je vollkommensten
Zustande gelangt, dessen es fähig ist. Trennt diese sich von
ihrer Materie, so ist die Existenz der Materie noch nicht damit aut-