Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Bachja  ilm  Paknda.

231

die  Himmelssphäre  bestehe  aus  einem  nicht  zu  den  vier  Elementen ­
  Gehörigen,  einer  fünften  Essenz,  dagegen  haben  aber
andere  Philosophen  die  Ansicht  ausgesprochen,  dass  Sphären,
Sterne  und  Planeten  1  dem  Feuerelement  -  angehören,  was  auch
durch  die  Schrift  seine  Bestätigung  findet  (Ps.  104,  4).
So  ist  alles  Bestehende 3  entweder  aus  diesen  Elementen
zusammengesetzt  oder  aus  denselben  entstanden.  Da  diese  aber

1  ü’irbjn  n’Bfxn  (S.  5*2).  Schon  der  Zusammenhang  der  Stelle  ergibt,
dass  hier  von  ,liöhern  Wesen 1  (Baumgarten)  oder  ,Engeln“.  (Sehmiedl,  Studien ­
  S.  79)  nicht  die  Bede  ist.  Der  Ausdruck,  der  allerdings  eine  astrologische ­
  Färbung  trägt,  bedeutet  nach  Analogie  des  arabischen  *v.l
in  Verbindung  mit  .obere“  oder  ,himmlische“:  Planeten.  Vrgl.  darüber
Steinschneider  Al-Farabi  S.  76  A.  7.
Was  Bachja  mit  dieser  scheinbaren  Abschweifung  über  die  Quintessenz
des  Himmels  hat  sagen  wollen,  wird  erst  recht  klar  aus  einer  überraschenden ­
  Analogie  bei  Aliron  ben  Elia,  der  ausdrücklich  sagt:  abiyn
mixi  nana  aana  xi™  'jan  arm  xin  ibbm  (Ez  Chajim  c.  io  s.  29.)
Um  diese  seine  Behauptung  von  der  durchgängigen  Zusammensetzung
des  Weltalls  aus  Form  und  Stoff  durchzuführen,  muss  Ahron  ben  Elia
dieselbe  auch  für  den  Himmel  beweisen  und  hat  sich  deshalb  liier  mit
den  gegenteiligen  Ansichten  des  Aristoteles  und  Averroes,  die  den  Himmel ­
  für  nicht  zusammengesetzt  erklären,  auseinanderzusetzen,  die  er  auch
gründlich  schon  aus  der  Thatsache,  dass  der  Himmel  Dimensionen  habe
und  in  der  Idee  getheilt  werden  kann,  widerlegt.  Weniger  ausführlich,
aber  mit  grösserer  Schärfe  spricht  bereits  Abraham  ihn  Daud,  der  strenge
Aristoteliker  denselben  Gedanken  aus  DU  pmfiBm  mpamm®  mXl
HIIXI  “iain  anr  IT 1  n:n  yj  D'ö»  (Emunah  ramah  S.  10).  Diese  Annahmen
von  der  Theilbarkeit  des  Himmels  wurden  von  den  Philosophen
freilich  als  falsche  Analogie,  die  vom  Vergänglichen  auf  das  Unvergängliche ­
  schliessen  will,  und  kalamistischer  Irrthum  angesehen,  wie
Maimönides  sagt  (Guide  I,  76;  S.  452,  3).  Gegen  die  Annahme  des
Aristoteles  vom  Aether  (vrgl.  Zeller  a.  a.  O.  II-,  2,  S.  331,  332,  Munk
a.  a.  O.  I,  247,  3)  lässt  Plotin  den  ,Himmel  sammt  den  Gestirnen“  aus
dem  Licht,  dem  nichtirdischen  Feuerelement  bestehen,  vrgl.  Zeller  a.  a.
0.  III 2 ,  22.  S.  506,  3.  Nach  Mose  ben  Esra  (Zion  II,  S.  158)  waren  es
Plato  und  der  arabische  Arzt  und  Denker  Bazi,  die  das  Bestehen  der
Sphären  aus  dem  Feuerelement  behaupteten.  Aehnlich  wie  Bachja  fügt
Mose  ben  Esra  hinzu:  (ib.)  V'TP!  DJH  XVI  111-  Vrgl.  auch  die  Ansicht  der
lauteren  Brüder,  Dieterici,  Anthropologie  S.  163.
»  Die  Wichtigkeit  der  Stelle  (c.  6;  S.  52)  fordert  zu  einer  kritischen  Prüfung
unseres  Textes  gleichsam  heraus.  Um  die  Sicherheit  unserer  Lesearten  einerseits, ­
  die  Treue  der  Uebersetzung  andererseits  für  diese  Stelle  zu  erweisen,
will  ich  den  Wortlaut  des  arabischen  Originals  nach  den  Codices  von  Oxford
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.