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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufmann.

Nun  können  wir  aber  von  den  in  der  Welt  jemals  ins
Dasein  getretenen  Individuen  einen  Theil  abgrenzen  und  herausheben, ­
  z.  B.  die  Individuen  aus  der  Zeit  von  Noah  bis  Mose,
haben  also  somit  einen  begrenzten  Theil  dieser  als  unendlich
angenommenen  Welt,  es  muss  also  diese  Welt  einen  Anfang
haben,  ihre  Ursachen  1  können  nicht  ins  Unendliche  zurückgehen. ­
  Eine  unendliche  Reihe  von  Ursachen  ist  somit  unmöglich,
es  muss  eine  Urursache  geben.
III.  Ein  Zusammengesetztes  muss  unzweifelhaft  aus  mehr
als  aus  Einem  Dinge  bestehen.  Die  Dinge  nun,  aus  denen  es
zusammengesetzt  ist,  müssen  der  Natur  oder  dem  Wesen  nach
demselben  vorangegangen  sein,  die  es  zusammensetzende  Ur-1

  Gegen  diese  Schlusswendung  des  Beweises  durften  einige  gegründete
Bedenken  sich  erheben  lassen.  Man  möchte  sich  versucht  fühlen,  hier
anzunehmen,  Bachja  habe  hier  den  Grundsatz  des  ersten  Saadianischen  Beweises ­
  für  die  Weltschöpfung  (Emunoth  I,  1  S.  16),  die  Begrenztheit
der  Welt,  ihre  Endlichkeit  lasse  auf  eine  begrenzte,  sie  verursachende
Kraft  schliessen,  anwenden  wollen;  aber  wie  folgt  aus  der  Endlichkeit  der
Individuen  noch  die  Endlichkeit  der  Welt?  Doch  scheint  mir  hier  Bachja
Folgendes  haben  sagen  zu  wollen:  Wäre  die  Zeit  unendlich,  also  auch
(s.KusariV,  18,  Anfang,S.  409)  die  Zahl  der  in  ihr  entstandenen  Individuen,
so  gäbe  es  also  von  Noah  rückwärts  unendliche  Individuen,  von  Mose  ab
ebenso,  oder  aber  die  letztere  Unendlichkeit  würde  die  erstere  um  die  Geschlechter ­
  von  Noah  bis  Mose  übertreffen.  Wir  hätten  hier  also  die
Belegung  durch  ein  Beispiel  für  den  allgemeinen  Satz  und  Grundgedanken
des  ganzen  Beweises,  dass  die  Welt,  sobald  ein  Theil,  eine  bestimmte  Zeitdauer ­
  derselben  bekannt  sei,  nicht  von  Unendlichkeit  her  bestehen  könne.
Dass  aber  Bachjas  Beispiel  in  der  Thal  zu  denen  gehört,  an  denen  der
Kaläm  die  Absurdität  der  Annahme  eines  Unendlichen  und  der  Weltewigkeit
anschaulich  zu  machen  pflegte,  lehrt  uns  Maimonidcs  (Guide  I,  74
S.  435,  436).  Zu  solchen  Beispielen  wurde  entweder  eine  Gattung  von
Individuen  oder  die  Reihe  der  Sphärenumläufe  verwendet.  Diese  letzteren
wurden  auch  noch  in  anderer  Weise  als  Beispiel  verwerthet.  Da  es
Sphären  von  grösserer  und  kleinerer  Umlaufsgeschwindigkeit  gibt,  beide
aber  nach  der  Annahme  der  Weltewigkeit  unendlich  rotiren,  so  müsste
es  Unendlichkeiten  geben,  von  denen  die  eine  in  der  anderen  so  und  sovielmal ­
  enthalten  wäre.  In  dieser  Fassung  führt  Jehuda  Halewi  dieses
Beispiel  des  Kaläms  an  (Kusari  V,  18,  S.  410).  In  vollständigster  Ausführlichkeit ­
  benutzt  Levi  ben  Gerson  dieses  Beispiel,  um  dadurch  die
Annahme  von  der  Ewigkeit  der  Zeit  zu  widerlegen.  (Milchamot  Haschern
VI,  1  c.  11;  ed.  Leipzig  S.  341).
            
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