Die Theologie des Bach ja ibn Pakuda
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des angestrebten Beweises auch noch dadurch zu eingehender
Erörterung Veranlassung bot, dass sie wie das ganze Problem
des Unendlichen überhaupt in den Schulen der Araber den
Gegenstand der angestrengtesten Untersuchungen bildete. Wir
sehen Bachja daher auf sie gerade mit besonderer Gründlichkeit
und Ausführlichkeit eingehen.
a. Alles Anfangslose, das gilt als Gemeinbegriff, ist endlos.
Was also ein Ende hat, das muss einen Anfang 1 gehabt haben,
denn wenn es keinen gehabt hätte, wäre es unmöglich, überhaupt
zu einem bestimmten Punkte desselben zu gelangen, weil
ja vor diesem ein unendlicher Weg zurückgelegt worden sein
müsste. 2 Wo es ein Letztes gibt, da muss es ein Erstes, vor
dem kein früheres Erstes, und einen Anfang geben, vor dem
kein anderer Anfang bestand. 3 Sowie wir also in der Welt auf
1 ,Dass Anfang und Endlosigkeit,, Ende und Anfangslosigkeit sich ausschliessen
4 , ist auch der Grundgedanke eines Beweises bei Aristoteles
(de coelo I c. 12). Vrgl. Zellers Darstellung, Phil. d. Gr. II 2 , 2, S. 270, A. 2.
2 Der Grundgedanke dieses Beweises, dass es nämlich bei Unendlichkeit
der Ursachen oder der Zeit keine bestimmte Grenze geben könnte, weil
die Ursachen oder die Zeit vor Erreichung derselben einen unendlichen
Weg durchlaufen haben müssten |W “D“D V'Xb ItPSX ’KI» ’JfiÖ
ibaN tnxn "inarif bm b« nbnn (ib.), ist dem vierten Beweise des Saadias
für die Geschaffenheit der Welt entlehnt (Emunoth I, 1, S. 19). Wo es
einen terminus ad quem gibt, muss es einen terminus a quo geben, wo
es einen Punkt gibt, von dem aus zurückgesclilossen werden kann, muss
es einen Anfang geben, weil sonst, um es saadianisch auszudrücken, das
Sein nicht bis auf jenen herabgelangt sein könnte. Dass dieser Gedanke
dem Kaläm angehört, kann man klar an der scharfen Darstellung erkennen,
die ihm im Kusari V, 18 gegeben ist, vrgl. Cassel a. a. 0. S. 409,
Anm. 3. In der Annahme, unendliche Ursachen in der Wirklichkeit
seien unmöglich, stimmten der Kaläm und die Aristoteliker mit einander
überein, vrgl. Maimonides (Guide I, 73, 11, S. 414 und II, S. 6, Anm. 1).
3 In dom Beitrage zur Texteskritik des Choboth, den die Schrift "Fl “I3D
JTD3 1 ? (Wien 1872) liefert, findet sich (S. 4) die Angabe, dass hier,
wie das arabische Original beweist, eine ganze Zeile fehle. Docii kann
der arabische Text diese klare Stelle nur verdunkeln, da das durcii
die vielen gleichen Ausdrücke dieser Stelle irre gewordene Auge
des Abschreibers liier die in der Uebersetzung mit Recht fehlenden
Worte fälschlich hierhergezogen zu haben scheint. Die darauffolgenden
Worte jribnn 1 ? n’bsn ’baa mbnnn pK '3 sind nicht als Begründung zu
übersetzen, wie dies Baumgarten tliut, denn sie begründen nichts. Sie
Sitzuugsber. d. pliil.-liist. CI. LXXV1I. Bd. I. Ult. lö