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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Bach  ja  ibn  Pakuda

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des  angestrebten  Beweises  auch  noch  dadurch  zu  eingehender
Erörterung  Veranlassung  bot,  dass  sie  wie  das  ganze  Problem
des  Unendlichen  überhaupt  in  den  Schulen  der  Araber  den
Gegenstand  der  angestrengtesten  Untersuchungen  bildete.  Wir
sehen  Bachja  daher  auf  sie  gerade  mit  besonderer  Gründlichkeit ­
  und  Ausführlichkeit  eingehen.
a.  Alles  Anfangslose,  das  gilt  als  Gemeinbegriff,  ist  endlos.
Was  also  ein  Ende  hat,  das  muss  einen  Anfang  1  gehabt  haben,
denn  wenn  es  keinen  gehabt  hätte,  wäre  es  unmöglich,  überhaupt ­
  zu  einem  bestimmten  Punkte  desselben  zu  gelangen,  weil
ja  vor  diesem  ein  unendlicher  Weg  zurückgelegt  worden  sein
müsste. 2  Wo  es  ein  Letztes  gibt,  da  muss  es  ein  Erstes,  vor
dem  kein  früheres  Erstes,  und  einen  Anfang  geben,  vor  dem
kein  anderer  Anfang  bestand. 3  Sowie  wir  also  in  der  Welt  auf

1  ,Dass  Anfang  und  Endlosigkeit,,  Ende  und  Anfangslosigkeit  sich  ausschliessen
 4 ,  ist  auch  der  Grundgedanke  eines  Beweises  bei  Aristoteles
(de  coelo  I  c.  12).  Vrgl.  Zellers  Darstellung,  Phil.  d.  Gr.  II 2 ,  2,  S.  270,  A.  2.
2  Der  Grundgedanke  dieses  Beweises,  dass  es  nämlich  bei  Unendlichkeit
der  Ursachen  oder  der  Zeit  keine  bestimmte  Grenze  geben  könnte,  weil
die  Ursachen  oder  die  Zeit  vor  Erreichung  derselben  einen  unendlichen
Weg  durchlaufen  haben  müssten  |W  “D“D  V'Xb  ItPSX  ’KI»  ’JfiÖ
ibaN  tnxn  "inarif  bm  b«  nbnn  (ib.),  ist  dem  vierten  Beweise  des  Saadias
für  die  Geschaffenheit  der  Welt  entlehnt  (Emunoth  I,  1,  S.  19).  Wo  es
einen  terminus  ad  quem  gibt,  muss  es  einen  terminus  a  quo  geben,  wo
es  einen  Punkt  gibt,  von  dem  aus  zurückgesclilossen  werden  kann,  muss
es  einen  Anfang  geben,  weil  sonst,  um  es  saadianisch  auszudrücken,  das
Sein  nicht  bis  auf  jenen  herabgelangt  sein  könnte.  Dass  dieser  Gedanke
dem  Kaläm  angehört,  kann  man  klar  an  der  scharfen  Darstellung  erkennen, ­
  die  ihm  im  Kusari  V,  18  gegeben  ist,  vrgl.  Cassel  a.  a.  0.  S.  409,
Anm.  3.  In  der  Annahme,  unendliche  Ursachen  in  der  Wirklichkeit
seien  unmöglich,  stimmten  der  Kaläm  und  die  Aristoteliker  mit  einander
überein,  vrgl.  Maimonides  (Guide  I,  73,  11,  S.  414  und  II,  S.  6,  Anm.  1).
3  In  dom  Beitrage  zur  Texteskritik  des  Choboth,  den  die  Schrift  "Fl  “I3D
JTD3 1 ?  (Wien  1872)  liefert,  findet  sich  (S.  4)  die  Angabe,  dass  hier,
wie  das  arabische  Original  beweist,  eine  ganze  Zeile  fehle.  Docii  kann
der  arabische  Text  diese  klare  Stelle  nur  verdunkeln,  da  das  durcii
die  vielen  gleichen  Ausdrücke  dieser  Stelle  irre  gewordene  Auge
des  Abschreibers  liier  die  in  der  Uebersetzung  mit  Recht  fehlenden
Worte  fälschlich  hierhergezogen  zu  haben  scheint.  Die  darauffolgenden
Worte  jribnn 1 ?  n’bsn  ’baa  mbnnn  pK  '3  sind  nicht  als  Begründung  zu
übersetzen,  wie  dies  Baumgarten  tliut,  denn  sie  begründen  nichts.  Sie
Sitzuugsber.  d.  pliil.-liist.  CI.  LXXV1I.  Bd.  I.  Ult.  lö
            
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