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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Bacbja  ihn  Pakuda.

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gendermassen:  ,Wir  haben  zuerst  zu  erforschen,  ob  diese  Welt
einen  Schöpfer  hat  oder  nicht.  Wenn  es  erwiesen  ist,  dass  die
Welt  einen  Schöpfer  hat,  der  sie  hervorgerufen  und  geschaffen,
müssen  wir  erforschen,  ob  es  Einer  sei  oder  mehr  als  Einer.
Wenn  es  erwiesen  ist,  dass  es  Einer,  dann  müssen  wir  das
Wesen  der  relativen  und  absoluten  Einheit  und,  was  davon
dem  Schöpfer  zuzuschreiben  sei,  erforschen*  (c.  4).  Der  Lauf
der  Darstellung  ist  somit  klar  vorgezeichnet.

Bachja’s  Lelu-e  von  der  Weltschöpfung.
Der  Ausgangspunkt  aller  Speculation  über  Dasein  und
Wesen  Gottes  war  in  der  rationalen  Theologie,  im  Kaläin  der
Araber  der  Nachweis  einer  Weltschöpfung.  Auf  diesen  Nach'
weis  haben  alle  Mutakallimün  so  wie  die  ihrer  Methode  folgenden ­
  jüdischen  Religionsphilosophen  das  Hauptgewicht  gelegt.
Daher  sehen  wir  denn  auch  Bachja,  um  diesen  Punkt  zum  möglichsten ­
  Grade  der  Gewissheit  zu  erheben,  in  seiner  Erweisung
jener  nach  allgemeiner  Annahme  zu  unumstösslicher  Sicherheit
hinführenden  Methode  sich  bedienen,  die  in  den  propädeutischen
Wissenschaften,  vornehmlich  in  der  Mathematik  angewendet
wird  und  die  aus  dem  Euklid  her  ihm  geläufig  war,  die  Methode,
mit  Hülfe  unanfechtbarer  Prämissen  einen  bindenden  Beweis
herzustellen.  Die  Annahme  einer  Weltschöpfung  und  eines
Schöpfers  gründet  sich  auf  drei  Prämissen:  I.  Kein  Ding  schafft
sich  selbst;  II.  die  Ursachen  gehen  nicht  ins  Unendliche,  es
diese  das  Dasein  Gottes  bewiesen  werde.  Die  Voranstellung  der  Beweise
für  die  Weltschöpfung  entscheidet  den  kalamistischen  Charakter  des  betreffenden ­
  Denkers.  Man  kann  freilich  dem  Kalam  die  Methode  entlehnen
und  braucht  darum  noch  nicht,  Mutakallim  zu  sein.  Und  so  ist  es  wohl
auch  bei  Bachja.  Der  Gang  des  Kaläms  ist  nach  Maimonides  (a.  a.  O.)
folgender:  I.  Weltschöpfung.  II.  Dasein  Gottes.  III.  Einheit.  IV.  Unkörperlichkeit ­
  Gottes.  In  der  That  ist  dies  auch  die  Reihenfolge,  in  der
die  Darstellung  des  Kaläms  von  Jehuda  Halewi  gegeben  wird  (Kusari,
V,  18).  Auch  Bachja  hat  sich,  wie  man  sieht,  dieselbe  Reihenfolge  vorgesetzt, ­
  nur  dass  er  die  Unkörperlichkeit  Gottes  gar  nicht,  als  Hauptpunkt ­
  der  Untersuchung  aufführt.  Auf  die  Gründe,  die  ihn  dazu  bewogen
haben  mochten,  die  Behandlung  gerade  dieses  Gegenstandes  zu  unterlassen, ­
  kann  erst  am  geeigneten  Orte  eingegangen  werden
            
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