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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufmann.

niss  seines  Daseins  ist  unserer  Forschung'  über  ihn  eine  Grenze
gesetzt,  die  wir  nicht  überschreiten  können  1  (c.  4).
Aufgabe  der  Untersuchung  wird  es  daher  nur  sein,  durch
Beweise  das  Dasein  Gottes  darzuthun.  Daran  schliesst  sich  naturgemäss
  die  Frage,  ob  Ein  Gott  oder  mehrere  Götter  angenommen
werden  müssen,  und  an  diese  die  andere  Frage,  in  welcher  Weise
von  Gott  Einheit  auszusagen  sei.  Demgemäss  bestimmt  Bachja
die  Reihenfolge 2  seiner  Darstellung  der  Lehre  von  Gott  folhingegen

  die  Frage  nach  dem  Wie  als  weniger  wesentlich  und  zu  den
übrigen  nur  ,häufig  hinzugefügt 4  behandelt.  Er  sagt:  La..})
s.  Schmölders  Documenta  Pt  S.  40.
1  Wenn  es  auffällig  erscheint,  dass  Bachja  hier  am  Anfänge  der  Untersuchung ­
  das  vorwegnimmt,  was  ihr  Ergehniss  sein  sollte,  so  hat  man  zu
beachten,  einmal,  dass  er  nur  die  Richtung  der  Untersuchung  oder  das,
was  man  von  dieser  zu  erwarten  habe,  bezeichnen  will  und  zu  diesem
Zwecke  etwas  vorausschickt,  was  er  später  erst  beweisen  wird,  ferner
aber,  dass  dieser  Satz  durch  seine  häufige  Anwendung  und  seine  Geläufigkeit ­
  hei  den  meisten  Religionsphilosophen  den  Charakter  einer  unbestreitbaren ­
  Voraussetzung  angenommen  hat.  ,Nur  dass  Gott  ist,  können
wir  wissen,  aber  was  er  ist,  das  ist  uns  durchaus  verborgen 4 ,  so  äussern
sich  bereits  Philo  und  Plotin,  vrgl.  Zeller,  Phil,  der  Griech.  III 2  2,
S.  309  und  551  Anm.  1.  Schon  David  Almokammez  (a.  a.  O.  S.  620)
erwähnt  diesen  Satz,  wenn  er  im  Namen  der  DIHH  den
Satz  anführt  1HÖ  DICH  by  blKü'b  ’KWI  Dl«  ]’«,  übrigens  eine  Fassung,
die  der  positiv  lautenden  Bachjas  ganz  ähnlich  ist.  Für  diese  uns  allein
mögliche  Aussage  des  Daseins  oder  des  ,Dass l  Gottes  ist  der  arabische

Ausdruck  aLol  geprägt  worden,  dessen  neuhebräische  Nachbildung  nur
bei  Josef  ibn  Zadik  durch  (Mikrok.  S.  47)  versucht  erscheint,
während  er  bei  Gabirol  von  Ibn  Falaquera  mit  !T3K  '»D’IW
(Melanges  f.  286),  bei  Maimonides  von  Samuel  ibn  Tibbon  (Moreli  I,  58)
mit  fiW  wiedergegeben  wird.  Dass  Gabirol  unserem  Satze  Aehnliches
behauptet,  s.  bei  Munk  a.  a.  O.  S.  111  A.  1.  Josef  ibn  Zadik  (a.  a.  0.)
führt  ihn  wie  Bachja  in  positiver  Fassung  an:  px  im  b'z  nby  «in  bs«
fllB'«  by  n-rpnn  X’H  nxn  «in  DX  X^X  J^Xl».  Auch  Maimonides  bedient
sich  dieses  Satzes  in  ähnlicher  Wendung-,  wie  Philo  und  Plotiu.  Vrgl.
Munk,  Guide  (I.  58  S.  241,  2).
2  Diese  Anordnung  in  der  Entwickelung  seiner  Lehre  von  Gott  hat  man
stets  im  Auge,  wenn  man  von  dem  kalamistischen  Charakter  der  Keligionsphilosophie
  Bachjas  redet.  Diese  Behauptung  stützt  sicli  auf  die
Angabe  des  Maimonides  (Guide  I,  71  S.  346),  dass  man  es  als  ein
dem  Kaläm  bei  allen  Anhängern  und  Nachahmern  gemeinsames  Kriterium
ansehen  könne,  ob  zuerst  die  Geschaffenlieit  der  Welt  und  dann  durch
            
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