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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufmann.

propädeutischen  Wissenschaften  üblichen  strengen  Beweise  anzuwenden, ­
  die  er  im  übrigen  Theile  des  Werkes  zum  Zwecke
der  Verständlichkeit  mit  Absicht  vermeidet  (Einleitung  S.  29).
Wir  sind  demnach  berechtigt,  eine  philosophische  Begründung ­
  und  Entwickelung  der  Lehre  von  Gott  bei  Bachja  zu  erwarten, ­
  dürfen  aber  den  Gesichtspunkt  niemals  ausser  Acht  lassen,
dass  er  diese  Aufgabe  sich  nur  als  Einleitung  und  Grundlage  für
sein  Werk,  nicht  aber  als  Selbstzweck  vorsetzt.  Er  wollte  kein
Wurzelbuch  oder,  wie  wir  es  nennen,  kein  Compendium  der
Religionsphilosophie  in  dieser  ,Pforte  über  die  Lehre  von  Gott'
geben,  sie  steht  im  engsten  Zusammenhang  mit  den  übrigen
Theilen  des  Buches  und  niemals  darf  bei  ihrer  Beurtheilung
vergessen  werden,  dass  sie  nur  als  Behandlung  ,der  wichtigsten
Wurzel  und  stärksten  Grundlage' 1  aller  Herzenspflichten  eine
Stelle  in  dem  Werke  findet.  Es  ist  auch  in  ihr,  wie  Bachja
(S.  32)  von  dem  Ganzen  sagt,  nur  darauf  abgesehen,  den  Glauben
aus  der  Erkenntniss 2  nachzuweisen,  ,die  in  unserem  Verstände
eingesenkten  Grundlehren  der  Religion  hervorzuholen';  Metaphysik ­
  als  solche  dürfen  wir  darin  nicht  suchen.  Auch  eine
Sicherung 3  der  Ergebnisse  gegen  alle  möglichen  und  vorhandenen ­
  Einwürfe  ist  nicht  darin  beabsichtigt,  Polemik  ist  von

1  ob»  sba  bxn  am'  bnan  piB'i  p'bm  jan®  rnitswi  sagt  Bachja  in  der
Einleitung  (S.  30).
2  Eine  TTebereinstimmung  zwischen  Philosophie  und  Offenbarung,  den  beiden ­
  Herren,  wie  Abraham  ibn  Daud  bezeichnend  sich  ausdrückt,  von
denen  der  eine  gross  und  der  zweite  nicht  klein  ist  (Emunah  ramah
S.  82),  war  für  Bachja  selbstverständlich.  Dieselbe  ist  aber  auch  von
den  arabischen  Philosophen  behauptet  worden,  wie  z.  B.  von  Ibn  Sina,
über  dessen  Ansicht  von  dem  Verhältnisse  jener  beiden  Ritter  eine  lehrreiche ­
  Aeusserung  beibringt  (a.  a.  0.  VIII,  26):  ,Die  Gründer  des  Glaubens, ­
  die  Propheten  hätten  früher  dasselbe  ausgesprochen,  was  später  die
Philosophen  gelehrt  hätten;  jene  hätten  es  nach  ihrer  Weise  nur  dunkler
und  als  Ergebniss  ohne  Beweis  aufgestellt,  damit  es  später  erklärt  und
mit  Beweisen  versehen  werde*.  Ueber  die  Ansichten  der  lauteren  Brüder
in  dieser  Frage  vrgl.  Dieterici,  Anthropologie  S.  117.
3  Bei  Gelegenheit  seiner  Aufzählung  von  dreissig  Arten,  in  denen  die  Seele
mit  sich  Rechenschaft  halten  könne,  bemerkt  Bachja  etwas,  was  bei  der
Beurtheilung  manches  Punktes  in  seinem  Werke  nicht  ausser  Acht  gelassen ­
  werden  darf:  TOTO  “p“IÖ  Njn  “ISDn  “pK'  «b®  D'iaia  ’n'3in  «bl
nnwbl  “l'imb  xm  "l®X  13  ,Ich  habe  nicht  viel  Worte  gemacht,  damit
            
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