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Kauf manu.
zusammenstimmen, nachdem durch Beweise die Bestätigung seines
Daseins und das wahre Wesen seiner Einheit auf speculativem
Wege erfasst wurden/ Die vierte und allein vollkommene Art des
Gottesglaubens findet sich daher nur bei denjenigen, die neben
der Ueberzeugung von Gott auch klare Begriffe von dem Wesen
seiner Einheit haben (c. 4). Zu dieser Tiefe des Verständnisses
sind nur die Erlesensten unter den Gläubigen vorgedrungen
(c. 2), wie diess bereits der Philosoph 1 ausdrückt: ,Die Ursache
der Ursachen und das Princip der Principien kann nur der
durch seine Anlage ausgezeichnete Prophet oder der durch
seinen Schatz an Erkenntniss hervorragende Denker anbeten;
die Uebrigen aber beten ein Anderes an, weil sie ein Seiendes
nur zusammengesetzt sich denken können'. Zum wahren Glauben
ist daher Erkenntniss unerlässlich und jeder ist verpflichtet 2 ,
die Wahrheiten des Glaubens mit seinen Verstandeskräften zu
prüfen und zu durchdringen. ,Wer die Forschung 3 unterlässt,
ist tadelnswerth und zählt zu denen, die im Erkennen und
Handeln nicht ihrer Pflicht genügen' (c. 3). Er gleicht dein
der Medicin kundigen Kranken, der blind seinem Arzte
traut, ohne die Richtigkeit seines Verfahrens zu prüfen. Das
1 Diesen Satz citirt auch Josef ibn Zadik in seinem ,Mikrokosmos‘ (S. 20):
■vnn toaj xbx mbyn nbr ns fDj>b bnv >6» D'BiDib’En nnx nin im 2
’ijfö was'’ xb dis '33 ixto 'ab inan ja ins* *u»X3 int epcib's ix lyaaa
33-iia xbx. Von Belang- bei dieser Anführung- ist nur der Umstand, dass
der Satz hier mit a'Bioib'Bn niax ,die Philosophen sagen 1 eingeleitet
wird, während er bei Bachja als Ausspruch des Philosophen auftritt,
unter dem man gewöhnlich den Aristoteles versteht. Die D'BiDib’sn
Josef ibn Zadiks sind aber, wie eine Vergleichung von Mikrokosmos
S. 19 mit Dieterici, Anthropologie S. 59 lehrt, die lauteren Brüder, denen
auch dieser Satz in der That entlehnt sein mag. Zum Gedanken vrgl.
die Anführung bei Josef ibn Zadik, Mikrok. S. 47, nach der nur
D'bBbisan D'öBnm an der Erkenntniss Gottes Theil haben.
2 Die nach dem Vorgänge der Mu’laziliten von Saadias (Emunotb, Einleitung
S. 12) behandelte Frage, welchen Zweck die Offenbarung gehabt
habe, da ihre Lehren Ergebnisse der Speculation sind, bespricht Bachja
in der dritten Pforte c. 3 (S. 140—145), nur dass die Frage bei ihm
nicht in der scharfen Fassung gestellt ist, in der sie bei Saadias auftritt.
Vrgl. Schahr. H. I, 44, 51.
3 Auch im Kaläm scheint stets eine Begründung der Speculation den
Anfang gemacht zu haben, vrgl. Frankl a. a. O. S. 16, vrgl. auch Josef
ibn Zadik, Mikrok. S. 43.