Die Theologie des Bachja ibn Pakuda.
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strengsten Sinne praktisch, sie gewinnt einen ordnenden Einfluss
auf das Leben. Das Werk eines Denkers von der bezeichneten
Richtung, wie Bachja, das sich es vorsetzt, die Läuterung
und Heiligung unserer Gesinnungen und Handlungen und deren
Mittel zu behandeln, wird daher der Natur der Sache gemäss
mit einer Darlegung unseres Verhältnisses zum Absoluten und
seiner Unbegreifbarkeit durch unser Denken zu beginnen haben.
Nicht ohne inneren Grund 1 oder gar zufällig 2 steht daher an
der Spitze der ,Herzenspflichten' Bachja’s Theologie. 3
1 Wie Grätz (Geschichte VI 2 , 45) und Sclimiedl (Studien, S. 105) es darstellen,
nach deren Ansicht die erste Pforte der ,Herzenspflichten 4 nicht
notliwendig' aus der Anlage des Werkes hervorgegangen ist, sondern nur
aus äusseren Beweggründen, wie ,um der in seiner Zeit herrschenden Vorliebe
für philosophische Untersuchungen sich nicht ganz zu entziehen 4 , als
,Tribut 1 an die ,Zeitrichtung 4 von Bachja dem Werke einverleibt wurde.
2 Wenn es nach der Aeusserung Bachjas (r, 1, S. 40, Z. 3 v. u.) den Anschein
hat, als verdanke die Theologie ihre Voranstellung in dem Werke
nur einer zufälligen Schriftdeutung, so muss man ’ sich dabei erinnern,
dass es seine Weise ist, auf dem Wego reinen Denkens gefundene Ergebnisse
aus der Schrift nachzuweisen oder an eine Deutung anzulehnen.
3 Ungenau und zu vielen leichteren und schwereren Missverständnissen
Anlass gebend ist die bei allen Uebersetzern, selbst Munk nicht ausgeschlossen.
gebräuchliche Uebersetzung des neuhebräischen Ausdruckes
"ni-p durch .Einheit Gottes 4 . TirP ist dem arabischen Kunstausdruck
treu nachgebildet. Dieser aber bedeutete im Kreise der Mu’tazila
das, was wir etwa Theologie im engeren Sinne nennen. Schahrastani schliesst
seine Darstellung dervonallen Mu’taziliten anerkannten, auf Gott bezüglichen
Lehren und deren Ausgleichung mit der Schrift mit den Worten (I, 30):
JL+äJI ! ,sie nennen diese Art und Weise des
Verfahrens das Einheitsbekenntniss 4 (Haarbriickers Uebers. I, 43). In
diesem Namen für Theologie und Gottesglauben ist das Moment der
Einheit darum so hervorgekehrt, weil es eine Hauptaufgabe der Mu’tazila
war, neben der Einzigkeit Gottes seine Einfachheit innerhalb seiner
Eigenschaften zu lehren und zu beweisen. In diesem Sinne nannten sie
sich Anhänger des Einheitsbekenntnisses, vrgl. Schahrastani II. I, 41 und
in diesem Sinne schrieb bereits ihr Stifter, Wasil ibn Ata, ein Buch
über das Einheitsbekenntniss, vrgl. Kremor, Geschichte der herrschenden
Ideen des Islams S. 28. Darum heisst denn auch bei Joseph al-Basir
die Gruppe der auf Gott bezüglichen Abschnitte seines Wurzelbuchs
-nrrn vrgl. Fraukl, ein mu’tazilitischer Kaläm S. 11, wie denn
auch Saadias zweites Buch des Emunoth nicht, wie cs bei uns heisst
rvnnN 1DKÖ, sondern nn’n PSB (s. G. Polak’s Dip ms'bn S. 70) oder