mit mystischen Elementen zu durchsetzen, glücklich überwunden.
Von welcher Wichtigkeit, von welch’ culturgeschichtlicher Bedeutung-
diese Reinheit des Buches von allen mystischen Trübungen
war, wird sofort in klares Licht gesetzt, wenn wir der
Thatsache uns erinnern, dass es eines der volksthümlichsten
jüdischen Bücher wurde, und durch eben diese seine Reinheit
die Generationen vieler Jahrhunderte religiöse Erhebung und
sittliche Läuterung aus ihm schöpfen konnten, wie aus ewigsprudelndem
Quelle.
Bachja’s Theologie.
In Bachja’s ,Anleitung zu den Herzenspflichten' durfte
eine Darstellung seiner Lehre von Gott nicht fehlen. Wie im
Neuplatonismus, so fliesst auch in den von neuplatonischen
Ideen durchzogenen Systemen der Araber 1 leicht und ungezwungen
aus der Weltanschauung die Ethik. 2 Vermöge ihrer
göttlichen Abstammung ist die Seele, so lehren sie, befähigt
und berufen, das Uebersinnliche zu erfassen, anzuschauen. Aber
hineingesetzt in den Körper fühlt sie sich beschwert von der
Last der Materie, gefesselt von den Banden der Leidenschaften
aller Art und vermag nicht mehr das Absolute zu begreifen.
Da ist es denn ihre Aufgabe, die Schranken der Körperlichkeit
nach Kräften zu durchbrechen, die Fesseln der Sinnlichkeit
so viel als möglich abzustreifen, um emporzudringen zur Anschauung
ihres göttlichen Urquells. Hier wird die Philosophie im
scheint nach dem Ausdruck des Uebersetzers film 1 ?!! lYDin fllltl
I ^Jt äjtcL^Jl i«jLx5^ der richtige Titel.
1 Ueber die Kenntniss von den neuplatonischen Lehren und Anschauungen
bei den Arabern wie über die Quellen, aus denen sie zu ihnen' gelangten,
vrgl. Munks Melanges S. 240—242, 248, 261, Steinschneiders Al-Farabi
S. 115, Anm. 50 und Sehahr. deutsch von Haarbrücker II, 192—197; 429.
2 Welch enger Zusammenhang zwischen Ethik und Metaphysik selbst bei
Ihn Sina besteht, der unter den arabischen Peripatetikern von neuplatonischen
Einflüssen sich so viel als möglich frei zu halten verstand, kann
man aus der Darstellung seiner Lehren bei Schahrastaui (H. II, 278, 279)
deutlich erkennen. Vrgl. auch Ritter, Geschichte der Philosophie Bd. VIII,