Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Bachja  ibn  Takuda.

213

Die  gleiche  Wahrnehmung  können  wir  auch  an  dem  Verhalten ­
  Bachja’s  zur  Encyclopädie  der  lauteren  Brüder  machen.
Auch  hier  hat  die  fleissige  Benutzung-  ihrer  Abhandlungen  ihn
durchaus  nicht  dazu  gebracht,  alle  ihre  Anschauungen  zu  den
seinigen  zu  machen,  er  verfahrt  vielmehr  mit  Vorsicht  und
kritischer  Wahl.  So  viel  Raum  daher  auch  jene  der  Darstellung
ihrer  Lehren  von  Satanen  und  bösen  Geistern,  ihrer  Engellehre
und  astrologischen  Begriffe  gewidmet  haben,  Bachja  hat  es  verstanden, ­
  sein  Werk  von  allem  diesen  vollständig  freizuhalten.
So  hat  denn  Bachja  die  von  mancher  Seite  an  ihn  herantretende ­
  Gefahr,  seine  ,Anleitung 1  zu  den  Herzenspflichten'

sonders  wenn  man  sie  mit  anderen  Aeusserungen  Bachjas  über  das  Wesen
der  Seele  zusammenstellt,  aus  denen  keine  Spur  emanatistischer  Vorstellungen ­
  sich  nach  weisen  lässt.  Dass  er  die  Seele  für  ein  lichtes,  engelgleiches
Wesen  hält,  kann  für  diese  Frage  gar  nichts  beweisen.  II,  c.  5;  S.  107
sagt  Bachja:  K1H  Düpn  Hfl  D’JV'bjH  D'tt'Nn  nrarmb  HÖH  'TlX  ’JHn  ÜJ£J?
Dinm  mnn  nn  am  niutpn  viwb  amtn  d'-jjüöx:  n  m»p  uss:
D'p-npm  D’ÖJtyni  n’Tini  mm  ’Wtan,  eine  Stelle  übrigens,  zu  deren  Aensserung
  über  die  Vermittler  zwischen  Leib  und  Seele  eine  merkwürdige
Parallele  sich  bei  Gabirol  findet,  wenn  diesem  wirklich  der  von  Gundisalvi
  übersetzte  Tractat  von  der  Seele  angehört:  Simplex  autem  non  potest
  conjungi  spisso  sine  medio  quod  habet  similitudinem  cum  extremis.
Item,  anima  non  apprehendit  sensibilia  per  se  nisi  mediante  spiritu,  qui
est  substantia  sentiens  consimilis  utrisque  extremis  et  est  media  iuter
corporeitatem  sensibilium  et  spiritualitatem  animae  rationalis  (Munk,
Melanges  172).  Dass  an  dieser  Stelle  'Tltf  —  eine  lichtartige  Substanz ­
  bedeutet,  hat  J.  Levinsohn  in  der  Schrift  ‘VK’’  DVD  (Berlin,  1865,
S.  396)  nach  dem  arabischen  Original  festgestellt.  Aus  Stellen,
wie  IV,  c.  4;  S.  234:  D'SiAlan  miM  l£>B3n  aiwn®,  X,  c.  1;  S.  430:
mumm  D’B'xna  nb  nann  bx  ntsia  inn  bwb  azp  wsjn  und  ix,  c.  3;
s.  408:  nbiyö  imnm  irvnr  13  noxai  mn  nbips  Dixn  p’D3  mix  bs  höi>
ni’jnnn  scheint  Bachjas  Auffassung  vom  Wesen  der  Seele  als  einer  engelgleichen
  Lichtsubstanz  in  der  Tliat  sich  zu  ergeben.  Doch  liegt  hierin
nichts  von  Emanation.  Auch  Saadias  (Emunoth  VI.  cd.  Slncki,  Leipzig
S.  97)  nennt  die  Seele:  “lt£>K3  “llKd  nb3pfc  BTTOl  D’bjbjn  flVp»  'p3
m'Ktt  13  n’nm  blban  bsp’  und  auch  Jehuda  Halewi  sagt  von  ihr
(Kusari  II,  26;  S.  133):  B'SKbön  DJt»b  Slip  TnBJ  OSJ>  irnd  V,  12;
s.  396:  mnbxn  a'öswm  D-sxban  nxrn  1x11-10  imaatw  “tüiy  öxp-1
  Nach  der  Pariser  Handschrift  lautet  der  Titel  des  Buches:  i  joltXlC
fjiyi  XaajUMj  1_)  JüiJ!  Der  arabische  Auszug
(Orient  1861  Lb.  S.  737)  des  Werkes  gibt  den  Titel  anders  an.  Doch
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.