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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufmann.

Stellungen,  spielender  Zahlenweisheit,  emanatistischer  Begriffe
diese  Lehre  von  der  Einheit  Gottes  in  der  Reinheit,  in  der
wir  sie  bei  Bachja  finden,  hervorgeholt  werden  musste  und
dass  es  ihm  gelungen  ist,  sie  frei  von  allem  entstellenden  Beiwerk ­
  herauszulösen,  so  werden  wir  der  geistigen  Kraft  des
Mannes  nur  Achtung  entgegenbringen  können.  Er  hat  selbst
jener  Lehre,  die  in  der  neuplatonischen  Philosophie  eine  so
wichtige 1  Rolle  spielt,  früh 2  von  den  Arabern  angenommen
wurde  und  auch  in  Spanien  bald  zu  grosser 3  Verbreitung  gelangte, ­
  zu  widerstehen 4  vermocht,  man  findet  von  der  Lehre
der  Emanation  bei  ihm  fast 5  keine  Spur.
1  Vrgl.  hierüber  Zellers  Auffassung  von  der  Rolle  der  Emanation  bei  Plotin
(a.  a.  O.  III 2 ,  2,  S.  441  ff.)
2  Wie  sehr  Alfarabi  von  der  neuplatonischen  Emanationslelire  erfüllt  ist,
zeigen  seine  Aeusserungen  in  den  fontes  quaestionum  c.  VT  ff.  bei
Schmölders  Documenta  (47,  48;  94  —  99),  vrgl.  Ritter  (a.  a.  O.  S.  8).
Aber  auch  noch  bei  dem  strengen  Aristoteliker  Ibn  Sina  sehen  wir  die
Lehre  von  der  Emanation  eine  sehr  wichtige  Stelle  einnehmen,  s.  Ritter
(ib.  S.  22,  23).
3  Mit  Recht  schliesst  Munk  aus  der  Rolle,  welche  die  Emanation  in  der  Lehre
Gabirols  spielt,  ohne  dass  dieser  darum  Veranlassung  findet,  auf  eine
Darlegung  und  Begründung  derselben  einzugehen,  vielmehr  wie  etwas
allgemein  Bekanntes  sie  voraussetzt,  auf  die  ausgedehnte  Verbreitung
derselben  in  Spanien  (Melanges  260).  Cette  philosophie  devait  etre  alors
en  vogue  chez  les  Arabes  ou  cliez  les  Juifs  d’Espagne  (a.  a.  O.).
4  Es  ist,  selbst  philosophisch  betrachtet,  keine  Inconsequenz  oder  Schwäche
Bachjas,  trotz  seiner  Lehre  von  der  göttlichen  Einheit  die  Emanation
nicht  angenommen  zu  haben.  War  es  ja  doch  nur  eine,  man  möchte
sagen,  willkürliche  Ueberschwenglichkeit  des  Neuplatonismus,  jenen  Begriff, ­
  der  doch  einmal  nur  auf  dem  Wege  der  Causalität  gefunden  werden
kann,  über  alle  Causalität  hinauszuheben  oder,  nach  Zellers  Ausdruck
(Phil,  der  Gr.  III 2 ,  2.  427)  schon  von  vornherein  die  Transscendenz  des
Uranfänglichen  vorauszusetzen.  Bachja  konnte  darum  gar  wohl  von  der
Weltschöpfung  aus  den  Begriff  Gottes  herleiten  und  dabei  dennoch  in
neuplatonischer  Weise  die  Transscendenz  desselben  entwickeln.  Dass  es
aber  nicht  etwa  ein  religiöser  Grund  gewesen  sein  müsse,  der  ihn  von
der  Emanationslehre  Abstand  nehmen  liess,  kann  das  Beispiel  Gabirols
beweisen,  der  die  Emanation  in  ausgedehntester  Weise  lehrt.
5  EineSpur  emanatistischer  Vorstellungen  scheint  sich  in  der  Psychologie  Bachjas
  zu  finden.  So  sagt  er  ITT  c.  2;  S.  136:  nbim  JÜ  "IHJ  ’JITn  D!t2>  K1H
■  D’ajTI  ö’sun  Dbipa  '“03  Kirn  'wnn  p'bjm.  Jedoch  ist  die  stelle  für  die  Behauptung, ­
  Bachja  habe  die  Emanation  angenommen,  nicht  entscheidend,  he-
            
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