Die Theologie des Bachja ihn Pakuda.
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bilden kein buntes, zusammenhangsloses Mosaik, 1 sondern ein
organisch verwachsenes Ganzes.
Mit welch’ kritischer Sichtung er in der Ausnützung' seiner
Quellen verfahren ist, können wir noch aus einigen sehr entscheidenden
Beispielen entnehmen. Der Mittelpunkt seiner ganzen
Theologie, seine Lehre von der Einheit Gottes, mit der er eine
noch gar nicht genug gewürdigte Fortentwickelung des jüdischen
Gottesbegriffs begründete, ist neuplatonisch. Es ist kein Zweifel,
dass Bachja zu dieser Lehre in ihrer ganzen Grösse und Schroffheit
aus neuplatonischen, unter den Arabern vielfach 2 verbreiteten
Werken gelangt sein müsse, wie es auch an Anhaltspunkten
für seine Benutzung neupythagoreischer 3 Lehren nicht
fehlt. Bedenkt man nun, aus welchem Wüste mystischer Vorselben
zustösst c (Naturanschauung S. 17). Für die Propädeutik führt Bachja
neben DÜDft den Namen “iDlÖtt DttDn an. Schmiedl (Frankels
Mtsch. 1861, S. 186) nimmt an, dass dieser Ausdruck wie die ganze Eintheilung
überhaupt dem Nissim ben Noacli entlehnt sei. Dass die Eintheilung
bei Bachja eine wesentlich verschiedene sei, ist bereits gezeigt
worden. Der Ausdruck DÖDIl dürfte aber, wenn überhaupt eine
Entlehnung desselben anzunehmen ist, aus dem Mokammez entlehnt sein, bei
dem sie in der bereits erwähnten Eintheilung der Wissenschaften sich findet,
die, wie ich vermuthe, die Einleitung des Buches Mokammez ausgemacht
hat. Es heisst da (a. a. O. S. 620): bStOTl nDlSH nöSn JTJtttÖKn nbjttSH
nran “pn or6 nanittm dix ’sa min njtttxan. Wenn die Definition dieses
Ausdrucks hier so lautet, als ob er Ethik bedeutete, so haben wir
es möglicherweise mit einer vom Epitomator herriihrenden, die Bedeutung
von "1D1Ö verkennenden Glosse zu thun. Auch bei Jehuda Halewi finden
wir die Bezeichnung fiTHDlft (ICusari III, 39; S. 256) und D^IDlün D'laTl
(V, 12; S. 392), was Cassel fälschlich ,die ethischen Wahrheiten“ übersetzt.
Derselbe Begriff wird auch durch: CVbjinn fllÖSH ausgedrückt
(Kusari V, 14; S. 400). Vrgl. Dukes, Philosophisches aus dem X. Jahrhundert
S. 13, Anm. 4, Steinschneider Al-Farabi S. 32, Anm. 32. Auch
wird Propädeutik durch □'"Tlttbn wiedergegeben, wie bei Mose ben
Nachman (Dissertation, ed. Jellinek S. 20), wo auch eine Aufzählung
der in derselben enthaltenen Wissenschaften sich findet.
1 Wie dies z. B. in dem DltllDH "inp Moses ben Esras der Pall gewesen
zu sein scheint, soweit wir nämlich nach den durch Dukes bekannt gewordenen
Fragmenten (Zion II, 117 ff.) urtheilen können.
2 Vrgl. hierüber Munks Nachweisungen (Melanges 240, 241) und Sclimölders
(Essai p. 90).
3 Näheres hierüber wird im Laufe der Darstellung angegeben werden. lieber
den neupythagoreischen Ursprung der Lehre von der Eins als der Gottheit,
s. Zellers Bemerkungen (Phil, der Gr. I 2 , 260, 267).
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