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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Bachja  ihn  Pakuda.

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bilden  kein  buntes,  zusammenhangsloses  Mosaik, 1  sondern  ein
organisch  verwachsenes  Ganzes.
Mit  welch’  kritischer  Sichtung  er  in  der  Ausnützung'  seiner
Quellen  verfahren  ist,  können  wir  noch  aus  einigen  sehr  entscheidenden ­
  Beispielen  entnehmen.  Der  Mittelpunkt  seiner  ganzen
Theologie,  seine  Lehre  von  der  Einheit  Gottes,  mit  der  er  eine
noch  gar  nicht  genug  gewürdigte  Fortentwickelung  des  jüdischen
Gottesbegriffs  begründete,  ist  neuplatonisch.  Es  ist  kein  Zweifel,
dass  Bachja  zu  dieser  Lehre  in  ihrer  ganzen  Grösse  und  Schroffheit ­
  aus  neuplatonischen,  unter  den  Arabern  vielfach 2  verbreiteten ­
  Werken  gelangt  sein  müsse,  wie  es  auch  an  Anhaltspunkten ­
  für  seine  Benutzung  neupythagoreischer  3  Lehren  nicht
fehlt.  Bedenkt  man  nun,  aus  welchem  Wüste  mystischer  Vorselben
  zustösst c  (Naturanschauung  S.  17).  Für  die  Propädeutik  führt  Bachja
neben  DÜDft  den  Namen  “iDlÖtt  DttDn  an.  Schmiedl  (Frankels
Mtsch.  1861,  S.  186)  nimmt  an,  dass  dieser  Ausdruck  wie  die  ganze  Eintheilung
  überhaupt  dem  Nissim  ben  Noacli  entlehnt  sei.  Dass  die  Eintheilung
  bei  Bachja  eine  wesentlich  verschiedene  sei,  ist  bereits  gezeigt
worden.  Der  Ausdruck  DÖDIl  dürfte  aber,  wenn  überhaupt  eine
Entlehnung  desselben  anzunehmen  ist,  aus  dem  Mokammez  entlehnt  sein,  bei
dem  sie  in  der  bereits  erwähnten  Eintheilung  der  Wissenschaften  sich  findet,
die,  wie  ich  vermuthe,  die  Einleitung  des  Buches  Mokammez  ausgemacht
hat.  Es  heisst  da  (a.  a.  O.  S.  620):  bStOTl  nDlSH  nöSn  JTJtttÖKn  nbjttSH
nran  “pn  or6  nanittm  dix  ’sa  min  njtttxan.  Wenn  die  Definition  dieses ­
  Ausdrucks  hier  so  lautet,  als  ob  er  Ethik  bedeutete,  so  haben  wir
es  möglicherweise  mit  einer  vom  Epitomator  herriihrenden,  die  Bedeutung
von  "1D1Ö  verkennenden  Glosse  zu  thun.  Auch  bei  Jehuda  Halewi  finden
wir  die  Bezeichnung  fiTHDlft  (ICusari  III,  39;  S.  256)  und  D^IDlün  D'laTl
(V,  12;  S.  392),  was  Cassel  fälschlich  ,die  ethischen  Wahrheiten“  übersetzt. ­
  Derselbe  Begriff  wird  auch  durch:  CVbjinn  fllÖSH  ausgedrückt
(Kusari  V,  14;  S.  400).  Vrgl.  Dukes,  Philosophisches  aus  dem  X.  Jahrhundert ­
  S.  13,  Anm.  4,  Steinschneider  Al-Farabi  S.  32,  Anm.  32.  Auch
wird  Propädeutik  durch  □'"Tlttbn  wiedergegeben,  wie  bei  Mose  ben
Nachman  (Dissertation,  ed.  Jellinek  S.  20),  wo  auch  eine  Aufzählung
der  in  derselben  enthaltenen  Wissenschaften  sich  findet.
1  Wie  dies  z.  B.  in  dem  DltllDH  "inp  Moses  ben  Esras  der  Pall  gewesen
zu  sein  scheint,  soweit  wir  nämlich  nach  den  durch  Dukes  bekannt  gewordenen ­
  Fragmenten  (Zion  II,  117  ff.)  urtheilen  können.
2  Vrgl.  hierüber  Munks  Nachweisungen  (Melanges  240,  241)  und  Sclimölders
(Essai  p.  90).
3  Näheres  hierüber  wird  im  Laufe  der  Darstellung  angegeben  werden.  lieber
den  neupythagoreischen  Ursprung  der  Lehre  von  der  Eins  als  der  Gottheit, ­
  s.  Zellers  Bemerkungen  (Phil,  der  Gr.  I 2 ,  260,  267).

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