dass sie im letzten Grunde über die höchsten Wahrheiten uns
nichts lehren könne, dennoch die Beschäftigung mit ihr zur
Befestigung der religiösen Ueberzeugung für unerlässlich erachtet.
Der Charakter seiner Religionsphilosophie ist ein eklektischer.
Es ist kein geschlossenes System neuer Gedanken,
was in seinem Werke uns entgegen tritt, darauf hat er es gar
nicht abgesehen, aber auch kein Mengsei von allen Orten zusammengelesener
Gedanken wird darin uns geboten, es ist vielmehr
der Eklekticismus eines mit Wahl und Prüfung verfahrenden
Denkers, der darin zum Vorschein kommt. Aengstliches Anklammern
an fremde Gedanken, blinde, wahllose Benützung
seiner Quellen begegnet bei ihm uns nirgends. Die Gedanken,
die er von andersher entlehnt, sind sein geistiges Eigenthum
geworden, er hat sie verarbeitet, eine selbstständige Fassung
ihnen gegeben, in eigentümlicher Färbung sie verwertet, sie
er sagt (Kusari ed. Cassel V, 2; S. 372): Ö'KIpn “p“! bj> "p JÜ3K Nb
nma ’ba» rmbia naann ba iby, vrgi. Hebr. Bibi, ix, 170. in der
That stellt auch der Karäer Nissim ben Noach die Metaphysik als erste,
als Anfang der Wissenschaften (Pinsker, Likkute Kadmon. Beilage S. 9).
Und auch Mokämmez stellt sie an die Spitze seiner Eintheilung mit den
Worten: inanrnpjn jvbjninanronMnn nbuan rubra irbirb pbm jnam
’nbun (Orient 1847 Lb. 620), wofür schon Steinschneider (Ursch und
Gruber: .Tüd. Lit. S. 397 Anm. 3) den Grund in seinem angeblichen
Karäerthum gesucht hat. Dass der orthodoxe Standpunkt eines Philosophen
bei den Arabern Einfluss auf seine Eintheilung der Wissenschaften
hatte, sehen wir an Gazzali, der genau die Eintheilung des Mokämmez
annimmt’(Schmölders, Essai S. 222). Auch Schahrastani (H. II, 78) ordnet
die von den älteren griechischen Philosophen behandelten Wissenschaften
in derselben Weise, wo übrigens dieselbe Terminologie wie bei Bachja
für dieselben gebraucht ist. Nach philosophischem Standpunkt steht
die Metaphysik gewöhnlich am Schlüsse der Eintheilung. So bei den
lauteren Brüdern, die unter den Dingen, die eine Dreiheit ausmachen, die
Wissenschaften aufzählen: ,die drei Wissenschaften Propädeutik, Naturund
Religionswissenschaft 1 (Weltseele S. 2). Nach der gleichen Eintheilung
will Jelmda Plalewi die Wissenschaften behandelt sehen (a. a. 0.) und
auch Abraham ibn Daud nennt sie in folgender Ordnung i-M
nvnbt<m nmatani nvnabn niasnn = yyLuuJaJIj
(Emunah ramah ed. Weil p. 58). Die Angabe Bachjas über den Inhalt
der Naturwissenschaften jrVHpÖI DISU“! DDDH K\H1 stimmt mit der
der lauteren Brüder überein: ,Gegenstand der Naturwissenschaft sind die
Körper und das, was an festhaftenden oder trennbaren Accidenzen den-