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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Kaufmann.

rakter,  die  Grundstimmung  sowohl  wie  die  Darstellungsweise
der  ,Herzenspflichten'  den  Einfluss  der  lauteren  Brüder  verräth,
so  erweist  sich  oft  in  charakteristischen  Einzelheiten  eine  Verwandtschaft ­
  zwischen  Bachjas  und  ihren  Anschauungen.
Fassen  wir  kurz  die  Ergebnisse  dieser  Wahrnehmungen
zusammen,  so  stellt  sich  Folgendes  heraus.  Bachja  kennt  die
Bücher  Ihn  Ganächs,  scheint  von  Gabirol  benützt  worden  zu
sein,  benützt  selbe) -  in  ausgedehnter  Weise  die  Encyclopädie
der  lauteren  Brüder  und  scheint  Ibn  Sinas  Werke  noch  nicht
zu  kennen.  Bedenkt  man  nun,  dass  Ibn  Ganäcli  und  Gabirol
in  Saragossa  lebten,  dass  die  Abhandlungen  der  lauteren  Brüder
in  Saragossa  zuerst  1  bekannt  wurden,  dass  der  Name  Bachjas
auf  diese  Heimath  hinzuweisen  scheint  und  zieht  man  ferner
in  Erwägung,  dass  Bachja  kaum  lange  nach  Ibn  Sinas  Tode,
also  nach  1039  geschrieben  haben  könne  und  dass  ein  freilich
sonst  nicht  weiter  beglaubigtes  Datum  die  Abfassungszeit  der
,Herzenspflichten'  in  das  Jahr  1040  versetzt,  so  wird  wenigstens
ein  genügender  Grad  von  Wahrscheinlichkeit  der  Behauptung
zugestanden  werden  können:  Bachja  hat  um  das  Jahr  1040  in
Saragossa 2  geschrieben.
pologie  S.  221).  Einzelne  Ausdrücke  bei  Bachja  sind  von  der  Encyclopädie ­
  herübergenommen,  so  z.  B.  riTÖD  ni’B  (Einleitung  S.  24)  =  ,Schlaf
der  Bethörung 1 ,  einem  bei  den  1.  B.  (z.  B.  Naturansch.  S.  (15;  162)  häufig
wiederkehrenden  Terminus,  oder:  ablJH  milK  pn  113t»  (ib.  S.  31)
=  ,er  trank  von  der  Weltliehe  .  .,  dann  ward  er  trunken  vom  Wein
der  Begierde 1  (Weltseele  S.  114).  Ueber  ähnliche  aus  der  Encyclopädie
in  die  jüdische  Literatur  eingedrungene  Ausdrücke,  s.  Hebr.  Bibi.  1873,  12.  ff.
1  Wie  dies  Haneberg  (a.  a.  0.  S.  90)  nachgewiesen  und  ausführlicher  dargelegt ­
  hat.
2  Jekutiel  Alhassan  hatte  um  1038  bereits  Gabirol  von  Malaga  nach  Saragossa ­
  gezogen,  wo  auch  Ihn  Ganäch  bereits  seit  1013  sich  aufhielt,  seitdem ­
  er  von  Cordova  hatte  wegziehen  müssen  (Grätz,  Geschichte  VI 2 ,  S.  21
und  29).  Ibn  Ganäch,  der  995  geboren  sein  soll,  mochte  gar  wohl  bereits
um  1040  ein  berühmter  Mann  sein  oder  Bachja  als  Saragossauer  konnte
früher  die  Bekanntschaft  seiner  Schriften  machen.  So  konnte  aber  auch
sehr  wohl  Gabirol  die  zehn  Tugendpaare  Bachjas  für  sein  1045  verfasstes
moralphilosophisches  Werk  benützen,  da  die  Abfassung  der  ,HerzenSpfliehten
 1  früher  stattgefunden  hatte  und  ihm  als  dem  Landsmanne  Bachjas
sein  Werk  schneller  bekannt  werden  konnte.  Nun  sagt  zwar  Ibn  Gabirol
ausdrücklich,  dass  er  seine  eigenen  Gedanken  in  dem  Werke  niedergelegt
habe:  ■wjn  ’nbits  nin  nacn  nnm  ’marrna  xb  ’3  mv  D’pbxni
            
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