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Kaufmann.
durchaus im Einklänge 1 mit den Lehren des Islams darzustellen,
der Orden der lauteren Brüder 2 . Um ihrem Zwecke zu genügen,
legten sie das gesammte Wissen ihrer Zeit in einem Werke
nieder, das mit vollem Rechte den Namen einer Encyclopädie der
Wissenschaften 3 verdient. Originalität ist es am wenigsten, was
man ihnen nachrühmeu könnte und es scheint auf solche von
ihnen auch gar nicht angelegt gewesen zu sein. Worauf es
diesen frommen 4 Encyclopädisten vornehmlich ankam, das war
lediglich die verständliche und leichtfassliche Darstellung, mit
Einem Worte die Popularisirung der Wissenschaft, durch die
den Frommen Erleuchtung, den Ketzern aber der Beweis ge-1
Fiir diese von Munk (Melanges 329) aufgestellte Ansicht spricht das
Werk der lauteren Brüder selber.
2 IjLoJ! ^ L O Dass sie nicht allein einen zur Herausgabe eines
Werkes vereinigten Gelehrtenverein, sondern vielmehr eine Gesellschaft,
einen Orden bildeten, der um gewisse Prinzipien seine Mitglieder schaarte,
wenn sie auch kaum ,ein Freimaurerorden des XI. (?) Jahrhunderts 1
(Hebr. Bibi. II, 91) gewesen, geht aus Andeutungen ihres Werkes (z. B.
Dieterici, Naturanschauung S. 23) selbst hervor. Vrgl. Sadi’s Gulistän II, tö.
3 Von diesem Werke Li.ta.JI JoLw^, dessen grössten Theil
Hr. Prof. Dieterici durch seine Uebersetzungen der Wissenschaft zugänglich
gemacht hat, gibt es verschiedene Recensionen, vrgl Haneberg
in den Sitzungsberichten der k. baier. Akademie der Wissenschaften 1866
II, Heft II. Für diese Abhandlung sind benützt die folgenden Uebersetzungen
Dietericis: Die Naturanschauung und Naturphilosophie der
Araber im X. Jahrhundert, Berlin 1861; die Anthropologie der Araber
im X. Jahrhundert, Leipzig 1871; die Lehre von der Weltseele bei den
Arabern im X. Jahrhundert, Leipzig 1872.
4 Sie scheinen zwischen den beiden Parteien, in welche die Schulen des Islams
zu jener Zeit gespalten waren, den Mu’taziliten und Mutakallimun, eine
vermittelnde Stellung eingenommen und zu keiner derselben entschieden
sich bekannt zu haben, denn sie polemisiren gegen beide, gegen jene
z. B. Dieterici, Logik und Psychologie der Araber im X. Jahrhundert
S. 58, gegen diese, denen sie es zum Vorwurf machen, dass sie ohne
Vorbereitung in den propädeutischen Wissenschaften unmittelbar ,ins
Meer der Metaphysik tauchen 1 (Haneberg a. a. 0. S. 92 und Steinschneider,
Hebr. Bibi. IX, 170). Sie sind also nicht Mu’taziliten gewesen, wie
Schmölders (Essai S. 200 Anm.) annimmt, wenn sie auch mehr einer
freisinnigen Richtung scheinen zugeneigt gewesen zu sein, was man vielleicht
schon aus dem Mangel ausführlicher historischer Angaben über
sie bei den fanatischen Arabern schliessen kann. Den Fluch aller Vermittlerrollen,
den Undank beider Parteien haben auch sie tragen müssen.