Die Theologie des Bachja ihn Pakuda.
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war, nicht leicht übergangen uncl durch eine andere ersetzt
werden konnte, so ist uns die von Bachja gegebene Eintheilung
der Seelenkräfte dafür wenigstens ein Beweis, dass ihm die
von Ihn Sina herrührende nicht 1 bekannt war.
Wer waren nun aber jene arabischen Philosophen, deren
Aussprüche Bachja für sein Werk benützt zu haben angibt? Jene
Männer scheinen es gewesen zu sein, die unter den Arabern
der Aufgabe sich unterzogen, fromme Aufklärung zu verbreiten,
die Wahrheiten der griechischen Philosophie und Wissenschaft als
aie nicht an allen Orten seiner Schriften in der vollständig’ entwickelten
Gestalt auftritt, welche sie zuletzt bei ihm annahm‘ (Gesch. der Phil.
VIII, 35, 2). Auf Ihn Sina hat denn auch Munk (Melanges 363, 2) ,die
bei allen arabischen Philosophen, bei den Scholastikern und bei einigen
neueren Philosophen anzutreffende Eintheilung der Seelenkräfte* zurückgeführt,
vrgl. auch Ritter a. a. 0. Die Darstellungen bei Cassel (a. a. 0.)
und Scheyer (das psychologische System des Maimonides S. 11, besonders
am Schlüsse von Anm. 1) sind im Ganzen wie in vielen Einzelheiten
hiernach zu berichtigen.
1 Bac.hjas Eintheilung der Seelenkräfte findet sich I, c. 10; S. 82:
rronm atotro jvunm nnirnöm jv-otn an a^&n oder, wie die
Termini nach dem Oxforder Original lauten: aLüLwJLÜI
(Fol. 82 der Hdsch.) y ***xji 5 w kJ b y°^b is*-Diese
Terminologie stimmt weder mit der Ibn Sinns, noch mit der Alfarabis,
noch auch mit der der lauteren Brüder tiberein, die nach
(Dieterici, Anthropologie S. 38; vrgl. auch S. 56 und Diet. Weltseele
S. 46—47) folgende ist: ,Die Seele hat fünf sinnliche (leibliche) und
fünf andere übersinnliche Kräfte, deren Gang ein anderer ist als jener.
Dies sind die vorstellende, denkende, redende, behaltende und bildende
Kraft 1 , oder im arabischen Wortlaut, den ich einer Mittheilung des Herrn
allein, sondern auch der Bedeutung und dem Inhalte von Bachjas Eintheilung
fehlt es an jeder Aelinlichkeit mit den genannten, wie wir aus
seiner Erörterung einzelner der von ihm angenommenen Seelenkräfte II,
c. 5; S. 112—116 entnehmen können. Es hat, eben vor der Eintheilung
Ibn Siuas an einem klaren und bindenden Principe, nach dem die Seelenkräfte
hätten geordnet werden können, vollständig gefehlt, weshalb bei
verschiedenen Autoren vor Ibn Sina die Eintheilung eine verschiedene
ist. Ein Ansatz zu physiologischer Localisirung der Seelenkräfte, die
Munk (a. a. 0. 364 Anm.) dem Ihn Sina zuerst zuschreibt, findet sich
übrigens bereits bei den lauteren Brüdern (Anthr. S. 56).