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Kaufmann.
wie sich weiter zeigen wird, Bachja nur darum zu verwinkelteren
Beweisen seine Zuflucht nehmen musste, weil ihm die
Lehre vom Nothwendig-Existirenden 1 nicht bekannt war, so
haben wir allen Grund, die Bekanntschaft ßachjas mit Ibn Sinas
philosophischen Werken zu bezweifeln, wenn nicht gar völlig
zu bestreiten.
Von Ibn Sina rührt auch jene berühmte Eintheilung 2 der
Seelenkräfte her, die bald von seinen Nachfolgern unter den
Arabern 3 angenommen wurde und seitdem bei den Juden 4 ,
1 Die Nachweise für diese Behauptungen werden in der Darstellung des
IV. Einheitsbeweises folgen.
2 Ibn Sina theilt die Kräfte der Seele in fünf, denen er ganz bestimmte
Plätze im Gehirn zuweist. Es sind diess folgende: I.
der Gemeinsinn ,(mit Namen) '^avtaaia 1 . II. Die Ein- und Abbildungskraft
JLy-Lf. HI. Die sinnliche Urtheilskraft, die bei den Thieren Vorstellungs-,
bei den Menschen Denkvermögen genannt wird
IV. Die Vorstellungskraft oder Phantasie, wie wir sie nennen
V. Das Gedächtniss oder die aufbewahrende Kraft xL fl -ll Vrgi.
Sekahrastani ed. Cureton II, 416—417, Haarbrücker’s Uebersetzung II,
314 — 315. Eine sehr klare Auseinandersetzung über die Bedeutung dieser
Kräfte hat Ritter (die christl. Phil. 1, 5G0—561) gegeben, nur hat er die
Ordnung dieser Eintheilung insofern verkehrt, als er die Phantasie zur
fünften Kraft macht, während sie bei Ibn Sina naturgemäss an vierter
Stelle steht, damit das Gedächtniss auch als bewahrende Kraft der
Phantasieäusserungen erkannt werde. Diese scheinbare Aeusserlichkeit
hat auch die Richtigkeit der Eitter’schen Darstellung in diesem Punkte
beeinträchtigt, da sie die Bedeutung des Gedächtnisses fälschlich nur auf
die Urtheile der sinnlichen Urtheilskraft allein einschränkt.
3 Schon bei Gazzali finden wir dieselbe Eintheilung bis in ihre physiologischen
Einzelheiten genau angenommen (pH’ '3)KÜ ed. Goldenthal
p. 30 — 31). Auch die Terminologie, so weit sie durch die hebräische
Uebersetzung hindurchschimmert, ist bei beiden dieselbe: 1. 5]nH£>Ö tfiri
oder ’Jl'Öl rD, genau wie Ibn Sina, bei dem der Gemeinsinn auch
<{xmwjfa heisst. II. löllfn 11211 ist dem Sinne nach übersetzt. III. UlMH 112
enthält bei beiden dieselben Bestimmungen und Beispiele, nur ist sie in
der Ordnung bei Ibn Sina die vierte. IV. “1211 *|2 oder lÜlB'il 1121 ist
bei Ibn Sina die fünfte. V. 2©inn Ü2Ü ist wegen der logischen Zusammengehörigkeit
aller auf den Gemeinsinn bezüglichen Kräfte bei Ibn Sina
die dritte.
4 Die Eintheilung der Seelenkräfte bei Jehuda Halewi (Kusari ed. Cassel,
2. Aufl. S. 390—391) scheint ebenfalls der Ibn Sinas zu folgen. Die