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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Theologie  des  Baclija  ihn  Pakuda.

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finden,  nur  die  Annahme  übrig,  dass  Gabirol  in  dieser  Schrift
bereits  aus  dem  Werke  Bachjas  entlehnt  habe.
Dass  Baclija  auch  die  Literatur  der  Araber  gekannt  und
benützt  habe,  würden  wir  schon  wegen  seines  Aufenthaltes  in
Spanien  anzunehmen  ein  Recht  haben.  Denn  hier,  auf  dieser
Halbinsel  erfolgte  jene  innige  Bekanntschaft  der  Juden  mit  den
geistigen  Erzeugnissen  der  Araber,  die  der  hebräischen  Sprache
einen  neuen  Liederfrühling,  dem  jüdischen  Geiste  ein  kräftiges
Erwachen  und  Aufleben  in  Philosophie  und  Wissenschaft  brachte.
Bei  einem  jüdisch-spanischen  philosophischen  Schriftsteller  aus
der  Zeit,  in  der  ungefähr  Baclija  gelebt  haben  mochte,  ist  die
Kenntniss  des  arabischen  Schriftthums  von  vornherein  vorauszusetzen. ­
  Aber  er  sagt  es  uns  selbst  ganz  ausdrücklich,  dass
er  zur  Erhöhung  der  Wirksamkeit  ,von  den  Moralisten  und
Philosophen  jedes  Volkes',  deren  Lehren  ihm  bekannt  geworden
waren,  Aussprüche  in  sein  Werk  aufgenommen  habe,  weil  er  von
diesen  eine  grössere  Eindrucksfähigkeit  auf  die  Herzen  seiner
Leser  sich  versprach.  Wir  erfahren  hier  also  unzweifelhaft,  dass

in  charakteristischen  Einzelheiten  An  klänge  an  Baclija  in  der  Behandlung
Vorkommen,  so  wird  man  in  dieser  Aehnlichkeit,  ja  Uebereinstimmung
nicht  ein  zufälliges  Zusammentreffen,  das  übrigens  auch  schon  durch  die
scharf  markirte  Eigenthiimlichkeit  der  Eintheilung  ausgeschlossen  ist,
sondern  eine  Entlehnung  und  Abhängigkeit  von  Bachja  erblicken.  Und
selbst  die  Annahme  einer  gemeinsamen  Quelle  scheint  aufgegeben  werden
zu  müssen,  wenn  man  bemerkt,  wie  diese  Eintheilung  bei  Bachja  noch
nicht  fest  ist,  sondern  den  Charakter  des  nur  flüchtig  und  nebenher,  aber
selbstständig  Gegebenen  trägt  map!  'bjOTOT  n»  DHÖ  TDIX  rm  l’nHÖ,
(S.  184)  und  wenn  man  dabei  bedenkt,  wie  oft  solche  gelegentliche  Bemerkungen ­
  eines  Autors  zu  weiterer  und  vertiefterer  Ausführung  derselben
einem  anderen  Autor  häufig  in  der  Literatur  Veranlassung  geben.  Diese
Annahme  wird  durch  keinen  Nachweis  der  Entleimung  von  Gabirol  bei
Bachja  widerlegt.  Die  Anführung  bei  Bachja  VI,  c.  7;  S.  306  gehört,
wie  Dukes  in  bn3  II,  S.  42,  A.  24  ermittelt  hat,  dem  Isak  ben
Lewi  ibn  Saul  an  und  nicht  dem  Gabirol,  dem  es  manchmal  zugeschrieben
wird.  Wenn  Baumgarten  (a.  a.  O.  S.  X)  den  von  Bachja  VI,  c.  5;
S.  297  angeführten  Ausspruch  eines  Weisen  als  eine  Entlehnung  aus
Gabirol  bezeichnet,  bei  dem  dieser  Satz  im  irtDÖ  (ed.  Asher
S.  126  Nr.  624)  in  etwas  anderer  Fassung  vorkommt,  so  beweist  diess
durchaus  keine  Abhängigkeit  von  Gabirol,  da  ihn  dieser  wie  so  viele
andere  Sprüche  sicherlich  selbst  ans  der  Quelle  entlehnt  hat,  aus  der  er
zu  Bachja  gekommen.

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