180
Wolf.
25.
L[eipzig] 7 dec[ember] 1840.
Glauben Sie nicht, mein theuerer freund, dass ich Ihnen
untreu bin, sondern bloss, dass ich in harter arbeit (oft von
früh 4 bis abends 8/ meines lebens nicht froh werde, übermorgen
hoffe ich zeit zu finden zu einem brief; beute nur die
bitte, das register sobald als möglich durch die post zu schicken.
Ausser der vorrede (sammt der ganz nach meinem wünsch ausführlichen
inhaltsanzeige) ist etwa nur noch l'/ 2 bogen zu
setzen, ich will sehr gerne in das register einfügen was etwa
aus dem anbang (so weit Sie ihn nicht schon haben) hinzuzusetzen
ist. ich freue mich darauf das reichhaltige und in so
vieler beziehung die forschung abschliessende buch fertig gedruckt
zu sehen. Auf wiederschreiben also, beute in eile,
Ihr getreuer
Haupt.
26.
Zittau dl dec[ember| 1840.
Erschrecken Sie nicht, mein verehrter und geliebter freund,
über diese Überschrift. von Ihrem buche ist bis auf den
letzten buchstaben der inhaltsanzeige alles gedruckt, facsimiles
und notenbeilagen sind fertig; cs fehlt nur der index. da dieser
am 24n deccmber noch nicht da war, konnte ich ohne den
druck zu unterbrechen (weil er schon stockt aus mangel an
ms.) hierher reisen und mir einige höchst nöthige ferienruhe
gönnen, in künftiger woche kehre ich nach Leipzig zurück,
und sobald das register kommt soll der druck schnell beendigt
sein.
Wenn Sie druckfebler finden, so hoffe ich auf ihre billigkeit.
an Sorgfalt habe ich es nicht fehlen lassen, vielmehr haben
mich die 3 correcturen jedes bogens immer 8 bis 9 stunden
gekostet; aber die setzer waren zu schlecht und wenn man auf
einer seite oft 50 und mehr fehler zu corrigieren hat, so ist es
unmöglich mit zwei äugen alles zu sehen. Ihre Unzufriedenheit
würde mich betrüben, aber ich glaube nicht dass sie verdient wäre.