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Wolf.
indessen hoffe ich es soll dem deutschen gedichte keinen wesentlichen
schaden gebracht haben, die herausgabe des französischen
muss ich aber wohl nun aufgeben, da Michel, wie ich jetzt erst
erfahre, als professor nach Bordeaux geht und ich meine hoffnung
den rest zu erhalten also wohl aufgeben muss. haben
Sie aber den besten dank für alle Ihre güte auch in dieser angelegenheit.
Meine entdeckung des Gerhard macht mir grosse freude;
der fund der zweiten hs. 1 ist ein seltenes glück, angekündigt
habe ich den Gerhard bereits in Brockhaus bibliographischem]
anzeiger und in der hallischen litt[eratur] zeit[un]g, 2 aus gründen
die Sie wissen oder von hn von Karajan, an den ich heute
geschrieben habe, erfahren werden. ich habe aber Karajan
ernstlich und ehrlich zu bedenken gegeben, ob er nicht lieber
selbst das gedieht herausgeben will, er hat sich in seinen Siebenschläfern
3 als so gründlichen kenner gezeigt dass er leicht befähigter
dazu ist als ich und ich komme mir fast unverschämt
vor wenn ich seine aufopferung selbstsüchtig annehme. | Morgen
reise ich (wie oft!) nach Zittau, wo ich dann ernstlich meine
alte schuld abtragen und ihre Floresta anzeigen will; nur erwarten
Sie nichts kluges; Ihre Vorrede erschöpft allen Stoff.
Grüssen Sie Hoffmann, 4 der bald die blätter bedenken
möge, Kopitar und Endlicher und bleiben Sie mir in Ihrer
freundlichen weise gewogen, nächstens schreibe ich wieder.
Ihr treuergebener
Haupt.
1 Handschrift der Wiener Hofbibliothek, Haupt äussert sich in der
Vorrede seiner Ausgabe des guten Gerhard über Karajans Revision der
Abschrift folgenderniassen: ,Zum glücke wies Hoffmannn eine noch unbekannte
ältere und bessere Hs. der kais. hofbibliothek nach, auch von
dieser wurde mir eine sehr genaue abschrift besorgt, und damit mir nirgend
ein zweifei blieb sah herr Th. von Karajan sie durch, mit pünktlicher
Sorgfalt und mit aufopfernder freundschaft. 4
2 Eine Anzeige im Brockhausischen Anzeiger konnte ich nicht finden; die
andere oben erwähnte Anzeige steht im Intelligenzblatte der allgemeinen
Literaturzeitung, April 1839, Nr. 23j S. 192.
3 Von den siben släfaeren. Heidelberg. 1839. 8°.
4 Hoffmann befand sich März 1839 in Wien.