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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Wolf.

näheres  zu  erfahren  wünschte  ich  längst,  danken  Sie  auch
Schmidt 1  in  meinem  namen.
Dass  Ihr  Bruder  Rausch  im  weiten  fehle  liegt,  thut 2  |  mir
leid,  überhaupt  aber  ist  es  jammerschade,  dass  Sie  seit  langer
zeit  literarisch  schweigen,  einige  Sachen  für  Brockhaus  abgerechnet. ­
 3  wann  lassen  Sie  denn  endlich  Ihren  aufsatz  über  die
1ais  drucken  ?
Unverschämt  nach  so  langem  schweigen  ist  es  gleich  wieder
zu  bitten,  aber  ich  rechne  auf  Ihre  freundschaft.
Könnte  ich  nicht  für  gute  bezahlung  eine  sorgfältige
abschrift  des  cod[ex]  philolfogicus]  44  (ambrfasianus]  437)
erhalten,  vgl.  über  diese  hs.  Graffs  Diutiska  3,349.  v[on]  d[er]
Hägens  Museum  1,  581.  ich  glaube  nämlich  dass  dieser  codex,
immer  als  ,Otto  rufus'  angeführt  weiter  nichts  ist  als  —  der
bisher  unbekannte  gute  Gerhard  von  Rudolf  von  Ems, 4  leicht
das  wichtigste  seiner  gedächte,  weil  die  sage  deutsch  ist.
Schottky’s  lüderliche  andeutungen  in  den  Wien[er]  jahrb[üchern]
(1819)  bd.  5.  anzjeiger]  s[eite]  36.  bringen  mich  darauf,  von
diesem  gedichte  abschrift  zu  erlangen  würde  mir  sehr  lieb
sein,  schlimmsten  falls  ist  ja  wohl  Goldhanns  feder  zur
hand. 6  hoffentlich  hat  nicht  |  Hahn  die  hs.  schon  abgeschrieben,
ich  empfehle  meine  bitte  Ihrer  güte,  so  wie  ich  an  Kopitar  in
einigen  tagen  deswegen  schreibe,  wo  ich  ihm  ein  kleines  slavicum
  schicke,  das  nicht  in  mein  heutiges  paket  passt.
Hahn  habe  ich  nicht  kennen  gelernt,  sondern  er  hat  mir
spät  (ende  november)  Ihre  Sendung  von  Halle  aus  geschickt.
So  viel  für  heute,  nächstens  mehr;  ich  will  mir  schon
durch  fleissiges  schreiben  Ihre  volle  Verzeihung  verdienen.

1  Gemeint  sein  dürfte  Anton  Schmid,  Beamter  der  Hofbibliothek,  bekannt
durch  seine  Forschungen  über  Musikgeschichte,  von  dem  die  nach  heutiger ­
  Weise  geschriebene  Mittheilung'  der  beigegebenen  Melodien  zu  dem
Aufsatze  über  die  Lambacher  hs.  wahrscheinlich  herrührt.
2  Eine  zweite  vermehrte  Ausgabe  von  Bruoder  Kauschen  ist  nie  erschienen.
3  In  den  Jahren  1837  —  39  erschienen  von  Ferd.  Wolf  in  den  Blättern  für
litt.  Unt.  die  Anzeige  von  ,E1  Artista*  und  viele  Beiträge  zu  dem  Conversations-Lexicon
  der  Gegenwart.  S.  Mussafia,  Reihenfolge  etc.  S.  20.
1  Die  Vermuthung  Haupt’s  war  richtig.  Nach  dieser  Hs.,  die  jetzt  die
Nummer  2793  hat,  gab  er  den  guten  Gerhard  heraus.  (Leipzig.  1840.  8°.)
5  Anm.  von  Haupt  an  den  Rand  der  Seite  geschrieben:  Den  Erec  hat  mir
ein  hr.  Deckhard  sehr  gut,  und  allzuwohlfeil,  copiert.
            
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