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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Wolf.

menge,  das  zur  erläuterung  altdeutscher  Sachen  diente,  geben
könnte,  nur  weiss  ich  nicht  ob  er  der  deutschen  literatur  kundig
genug  ist  um  beziehungen  und  ankniipfungspuncte  zu  Anden.
An  Wright  (dessen  briefe  hier  zurück  folgen)  schreibe  ich
nächster  tage,  dass  ihn  Kemble  so  übel  behandelt  hat,  thut  mir
leid,  mir  wird  Kemble  nun  auch  zürnen,  da  er  gelesen  hat,
dass  ich  seine  eifersueht  lächerlich  linde. 1  Ich  kann  es  aber
Wright  nicht  verdenken,  dass  er  von  meiner  äusserung  gebrauch
gemacht  hat.  Wrights  früheres  ,Kemble  is  somewhat  illnatured'
scheint  richtig.  Für  Ihr  gütiges  geschenk  der  beitrage  zur
a[nglo]  n[ormandischen]  geschichte 2  (sowie  für  die  hübschen
lieder :! )  danke  ich  von  herzen,  wie  gründliche  kenntniss  haben
Sie  wieder  in  dieser  recension  entwickelt!  auch  Ihr  glück  im
reichsten  Zufluss  alles  literarischen  bedarfs  sich  zu  betinden
hätte  aufs  neue  mich  neidisch  gemacht,  wenn  ich  Ihnen  nicht
alles  gönnte.  Sie  wissen  gar  nicht  wie  einem  in  solcher  einöde
zu  muthe  ist,  wie  die  ist,  in  der  ich  nun  6'/ 2  jahre  sitze,  und  noch
immer  sitze,  ich  sollte  nun  schon  längst  in  Leipzig  sein,  aber  mein
armer  vater  |  ist  seit  e  1  f  Wochen  sehr  krank  an  furchtbar
schmerzhafter  und  fast  lähmender  gicht  und  ein  riickfall  hat
uns  die  hoffnung  baldiger  genesung  aufs  neue  geraubt,  so  können
leicht  noch  3  wochen  vergehen,  ehe  ich  von  hier  fortkomme,
wie  sehr  mir  diese  krankheit  mein  fortgehen  erschwert,  wie
traurig,  arbeitsunlustig  und  niedergeschlagen  ich  bin  können
Sie  denken,  daher  kommt  auch  meine  brieffaulheit.  Gott  gebe,
lieber  freund,  dass  ich  einmahl  auf  diese  zeit  des  elends  (die
aber  weit  länger  dauert  als  11  wochen)  mit  leichtem  herzen
zurücksehen  kann  und  dass  ich  einmahl  in  Ihrer  Schatzkammer
(ich  meine  Ihr  bücherzimmer)  alles  froh  und,  frei  mit  Ihnen  besprechen ­
  kann,  auch  Sie  schreiben  von  trüben  aussichten.  möge
sich  Ihnen  alles  freundlich  aufhellen,  und  glauben  Sie  dass  es
mir  nahe  geht  Sie  nicht  so  froh  und  glücklich  zu  wissen  als
Sie  es  verdienen  und  ich  es  wünsche.  Dass  Reineke  Fuchs 4
nach  Rom  gereist  ist  wusste  ich  noch  nicht,  er  wird  wohl  mit
glagolitischen  und  cyrillischen  schätzen  beladen  heimkehren.
1  S.  oben,  Brief  12.  Seite  144.
2  S.  oben,  S.  115,  Anm.  2 .
3  Welche  Lieder  hier  gemeint  sind,  konnte  ich  nicht  finden.
4  Kopitar  ist  gemeint,  s.  den  unmittelbar  folgenden  Brief.
            
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