Briefe von Hoffmann von Fallersleben und Moriz Haupt an Ferd. Wolf.
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von Ga'iete ,Qant aures, Oriour, de la surprise' giebt mir gar
keinen sinn, icli meine immer noch an ague (= aigue, wasser)
denken zu müssen.
Für die freundliche güte, mit der Sie mir die 3 altfranz[ösischen]
bailaden mitgetheilt danke icli von herzen. Das
lied auf den tod Simons von Montfort 1 ist gewiss in der
six lined stanza geschrieben; ich bin ganz ihrer meinung. Das
lied von Hugo de Lincoln ist insofern gewiss ein Volkslied zu
nennen, als es offenbar das lied eines volkssängers ist; es hat
ganz bänkelsängerischen ton, wenn wir dies wort in gutem
sinne nehmen, und dergleichen lieder, bestimmt auf markten
und Strassen vor dem volke gesungen zu werden, wenn auch
vielleicht nicht vom volke selbst, sind doch wohl unbedenklich
Volkslieder zu nennen; und so gilt mir auch das lied von
Simon von Montfort für ein Volkslied, ja auch das, ,on the Commission
of Trailebaston' hat immerhin noch ziemlich volksmässigen
ton, wenn auch z. B. gleich im anfange die subjectivität
des dichters hervortritt (Talent me prent de rymer etc,.),
und dann wo er von seinen kriegs- und friedensdiensten in
Flandern, Schottland und Gascogne spricht u. s. w. Aus dem
16. jh. und aus früheren habe ich viele historische französische]
lieder die man weder kunstgedichte noch reine Volkslieder
nennen kann, sie behandeln Zeitereignisse, ohne die frische
lebendigkeit echter Volkslieder und doch so zu sagen mit ihrer
Unschuld, die an gar keine kunst denkt und der alles am
inhalte liegt, ich nehme solche lieder unbedenklich unter meine
Volkslieder auf. solcher halbvolksmässigen historischen lieder
hat es gewiss viele gegeben, eins der ältesten dieser art, die
ich kenne, ist das von Martene (Thes[aurus] anecd[otorum]
3, 1501 fgg.) aus einem Codex vom j. 1390 abgedruckte, also
gleichzeitige | gedieht auf die leichenbestattung Bertrands de
Guesclin; nicht ganz volksmässig und doch ausdrücklich
1 Ich kann nicht finden, woher Haupt dieses Lied und das später erwähnte
on the commission of Trailebaston kannte; abgedruckt wurden beide und
zwar The lament of Simon de Montfort. S. 125 — 127, und The Ontlaw’s
song of Trailebaston, S. 231—237 in The political Songs of England.
Edited by Thomas Wright. (London. Printed for the Camden Society.
1839. 4°.) Ueber das altfranzösische Gedicht von Hugues de Lincoln
siehe oben, S. 115. Anm. 6 .
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