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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Briefe  von  Hoffmann  von  Fallersleben  und  Moriz  Haupt  an  Ferd.  Wolf.

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von  Ga'iete  ,Qant  aures,  Oriour,  de  la  surprise'  giebt  mir  gar
keinen  sinn,  icli  meine  immer  noch  an  ague  (=  aigue,  wasser)
denken  zu  müssen.
Für  die  freundliche  güte,  mit  der  Sie  mir  die  3  altfranz[ösischen]
  bailaden  mitgetheilt  danke  icli  von  herzen.  Das
lied  auf  den  tod  Simons  von  Montfort 1  ist  gewiss  in  der
six  lined  stanza  geschrieben;  ich  bin  ganz  ihrer  meinung.  Das
lied  von  Hugo  de  Lincoln  ist  insofern  gewiss  ein  Volkslied  zu
nennen,  als  es  offenbar  das  lied  eines  volkssängers  ist;  es  hat
ganz  bänkelsängerischen  ton,  wenn  wir  dies  wort  in  gutem
sinne  nehmen,  und  dergleichen  lieder,  bestimmt  auf  markten
und  Strassen  vor  dem  volke  gesungen  zu  werden,  wenn  auch
vielleicht  nicht  vom  volke  selbst,  sind  doch  wohl  unbedenklich ­
  Volkslieder  zu  nennen;  und  so  gilt  mir  auch  das  lied  von
Simon  von  Montfort  für  ein  Volkslied,  ja  auch  das,  ,on  the  Commission ­
  of  Trailebaston'  hat  immerhin  noch  ziemlich  volksmässigen
  ton,  wenn  auch  z.  B.  gleich  im  anfange  die  subjectivität
  des  dichters  hervortritt  (Talent  me  prent  de  rymer  etc,.),
und  dann  wo  er  von  seinen  kriegs-  und  friedensdiensten  in
Flandern,  Schottland  und  Gascogne  spricht  u.  s.  w.  Aus  dem
16.  jh.  und  aus  früheren  habe  ich  viele  historische  französische]
lieder  die  man  weder  kunstgedichte  noch  reine  Volkslieder
nennen  kann,  sie  behandeln  Zeitereignisse,  ohne  die  frische
lebendigkeit  echter  Volkslieder  und  doch  so  zu  sagen  mit  ihrer
Unschuld,  die  an  gar  keine  kunst  denkt  und  der  alles  am
inhalte  liegt,  ich  nehme  solche  lieder  unbedenklich  unter  meine
Volkslieder  auf.  solcher  halbvolksmässigen  historischen  lieder
hat  es  gewiss  viele  gegeben,  eins  der  ältesten  dieser  art,  die
ich  kenne,  ist  das  von  Martene  (Thes[aurus]  anecd[otorum]
3,  1501  fgg.)  aus  einem  Codex  vom  j.  1390  abgedruckte,  also
gleichzeitige  |  gedieht  auf  die  leichenbestattung  Bertrands  de
Guesclin;  nicht  ganz  volksmässig  und  doch  ausdrücklich
1  Ich  kann  nicht  finden,  woher  Haupt  dieses  Lied  und  das  später  erwähnte
on  the  commission  of  Trailebaston  kannte;  abgedruckt  wurden  beide  und
zwar  The  lament  of  Simon  de  Montfort.  S.  125  —  127,  und  The  Ontlaw’s
song  of  Trailebaston,  S.  231—237  in  The  political  Songs  of  England.
Edited  by  Thomas  Wright.  (London.  Printed  for  the  Camden  Society.
1839.  4°.)  Ueber  das  altfranzösische  Gedicht  von  Hugues  de  Lincoln
siehe  oben,  S.  115.  Anm.  6 .

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