150
Wolf.
XV jh. senden, die ich dann sogleich Ihnen für Ihr buch sende,
ich denke, wir treiben noch manches merkwürdige auf. |
An Kopitar schreibe ich noch heute oder morgen, wie
mag es wohl mit meiner recension stehen! 1
Hoffmann ist noch immer wie verschollen.
Lehen Sie wohl, mein verehrter freund, und behalten Sie
mich lieb.
Treu der Ilirigste
Haupt.
14.
Zittau, 6 december 1836.
Ich eile, mein verehrter und geliebter freund, Ihr gestern
erhaltenes brieflein vom ersten december zu beantworten, könnte
ich es nur mündlich thun! auf Ihrem sofa in Ihrem traulichen
zimmer Hesse sich ein so kitzlicher punct, als in meinen äugen
Michels antrag ist, tausendmal besser besprechen, als brieflich,
wo ich Ihrer gegenrede und beistimmung oder Widerlegung
entbehren muss und misverstanden zu werden fürchten müste,
wenn ich nicht festiglich hoffte dass Sie mich genau genug
kennen um nicht etwa thörichte eitelkeit und leeren hochmuth
bei mir zu vermuthen. Michels antrag - ist im höchsten grade
freundlich und dankenswerth, ja diese zuvorkommende güte
und uneigennützige gefälligkeit ist fast beschämend, es zeigt
sich recht wie viel er auf Sie hält und welches gewicht er Ihren
empfehlungen beilegt, etwas mag freilich auch die ganz natürliche
und gerechte abneigung, ein berühmtes gedieht durch
einen unbekannten ausländer edieren zu lassen, ins spiel kommen,
obwohl ich nun alles lockende des antrages erkenne, so ist es
doch meiner natur und meinem plane nach, mir unmöglich auf
die vorgeschlagene gemeinschaft (wenigstens in dieser weise
1 Haupt’s Anzeige von Kopitar Glagolita etc. erschien, wie schon erwähnt,
im 76. Bde. der W. J., d. i. im letzten Quartalbande des Jahres 1836.
' Wie aus einem Briefe Fr. Michel’s an meinen Vater hervorgeht, hatte
dieser Gelehrte sich erboten, als Mitarbeiter Haupt’s für den französischen
Text mit ihm zusammen den Eree herauszugeben. Die von ihm gestellten
Bedingungen waren auf dem Titel nach Haupt genannt zu werden und
die Correeturbogen zu erhalten.