Briefe von Hoffmann von Fallerslobnn nnd Moriz Haupt an Ford. Wolf.
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Zittau, oct[ober] 10. 1836.
Theuerster freund,
Ihren lieben brief vom 4ten erhielt ich vorgestern zu spät
um ihn mit der an diesem tage abgehenden post beantworten
zu können; jetzt eile ich Ihnen für alles freundliche und erfreuliche
was er enthält von herzen zu danken. — Michel
bitte ich für die gütige auskunft über liederbücher der pariser
bibliotliek in meinem namen zu danken (freilich ist es mir unglaublich
dass sich von meinen desideratis gar nichts dort
finden sollte) und ihn meiner freude über seine geneigtheit für
die altdeutschen] bll. etwas zu schicken zu versichern, je näher
sein beitrag deutscher poesie liegt desto willkommener wird eisern.
Dass mein Gedanke mit dem deutschen Erec gleich
den französischen herauszugeben, Ihre billigung hat ist mir
sehr erfreulich, wenn ich auch Ihre zu günstigen erwartungen
auf rechnung Ihrer freundlichen gesinnung gegen mich setzen
muss, wenn Sie an Michel schreiben, so vergessen Sie nicht
nach dem ungefähren preise einer absehrift der einen
hs. und einer collation der beiden anderen zu fragen,
das honorar, das ich etwa für den Erec erwarten darf, will ich
recht gern auf den französischen text wenden, aber eine weitere
aufopferung vermiede ich gern. Ihre mühe für Michel die
deutschen Rolandslieder 1 auszuziehen ist besonders deswegen
verdienstlich weil der auszug die französischen litteratoren aufs
neue auf das au-delä du Rhin verweist, übrigens, wenn ich
Urnen | nicht so von ganzem herzen zugethan wäre, würde ich
Sie um Ihre Verbindungen mit den Franzosen beneiden, von
den altfranzösischen Sachen haben Sie mehr als irgend jemand
in Deutschland. Von Ihrer absicht'den Meraugis 2 zu edieren,
1 Michel gab 1837 heraus: La Chanson de Koland ou de Roncevaux du
XII. s. publiee pour la 1. fois etc. Paris 1837. 8°. Wolf’s Auszüge stehen
u. d. T. Analyse des poemes alleraands sur la bataille de Roncevaux
composes par le pretre Chuonrat et par Striker in Michels Ausgabe
S. 284-296.
2 Dieser Plan meines Vaters, der ihn viele Jahre beschäftigte, ist nicht
zur Ausführung gekommen. Er veröffentlichte aber noch 1865 einen
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