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Wolf.
denken wie sehr mich die bequemlichkeit verdross, statt gehörig
alles zu durchsuchen, fremde bemühung anzusprechen,
ich leistete mir sogleich den eid, Sie in meinem ganzen leben
nicht mehr mit fremden dummheiten zu bemühen, da ich es
ja oft genug mit eigenen thue. haben Sie für ihre verlorene
mühe meinen besten dank und glauben Sie mir dass jeder gegendienst
den ich Ihnen für so viele güte (seit nun schon 2 jähren)
leisten kann mir eine wahre lust sein wird, deshalb sollten
Sie auch nicht so vieles aufheben machen über die versprochene
Übersetzung des böhmischen mysteriums und abschrift
der wolfenbüttler mysterienhs. beides steuere ich mit vergnügen
zu Ihrer schrift, auf die ich mich sehr freue, bei. die wolfenbütteler
hs. hoffe ich nun bald zu erhalten. Auf Ihre recension
der chroniques anglo-normandes bin ich sehr begierig, ganz
gewiss ist das geschichtliche Ihr eigentliches gebiet, ohne dass
ich jedoch in Ihren ausdruck ,pfuscherei auf dem philologischen
gebiet' im mindesten einstimme. Sie haben ja noch nie gelegenheit
gehabt oder gesucht, Ihr philologisches wissen in einer
grossem arbeit andern und sich selbst zu beweisen, und wie
sind denn Ihre genauen und sorgfältigen arbeiten ohne philologie
zu stände zu bringen? lassen Sie die Ferien, in denen
Sie wohl der leidigen cholera in gesündere ge- | gen den entfliehen
werden, alle grillen verscheuchen.
Ihre Tristanabhandlung wird zu jeder zeit willkommen
sein und sogleich gedruckt werden, je länger je lieber!
In Ihr urtheil über Diez stimme ich völlig; wäre nur der
zweite band erst da! methode und theorie ist gleich trefflich,
nun erst bekommt man lust über romanische sprachen grammatisch
zu sammeln, da nun jede bemerkung an den festen stamm
des diezischen buches sich anschliesst. ich sitze eben über
Uhlands abschrift von ,Flore und Blanceflor', zum behuf einer
recension von Hoffmanns horae belgicae 3 u. 4, womit ich mein
recensieren auf lange Zeit beschlicssen werde (Ihre floresta
ausgenommen die ich ganz gewiss ausführlich anzeige). das recensieren
kostet zu viele zeit; die auf eigene arbeit besser verwandt
wird, meinen aufsatz über Kopitars Glagolita nehme
ich aus, denn dabei habe ich wirklich viel gelernt, mehr als
man der recension ansehen wird, doch ist K[opitar], zu meiner
freude zufrieden. Für Michels und Jubinals Schriften meinen