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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Wolf.

ich  für  die  wiener  jahrbücher  1  vollenden  musste  und  aus  der
niemand  etwas  lernen  wird,  obwohl  ich  freilich  bei  dieser
arbeit  sehr  viel  gelernt  habe  und  sie  insofern  nicht  bereue.
Sie  erhalten  hiermit  vom  neuesten  heft  der  altdeutschen]  bll.
Ihre  gewöhnlichen  o  exemplare  und  eines  welches  ich  mit
bestem  gruss  an  Endlicher  abzugeben  bitte,  ich  denke,  wenigstens ­
  Jac[ob]  Grimms  mythologica  werden  Ihnen  gefallen,  auch
für  das  4.  heft,  an  dem  bereits  gedruckt  wird,  hat  Grimm  beitrage ­
  versprochen, 2  die  ich  täglich  erwarte.  Wackernagel  hat
dazu  schöne  Sachen  geschickt,  z.  b.  sechshundert  zeilen  eines
bisher  ganz  unbekannten  gediehtes  aus  der  Dietrichssage. 3  wie
willkommen  mir  Wright’s  theilnahme  und  Sendung 1  ist,  können
Sie  leicht  denken,  und  da  wir  diese  theilnahme  zunächst  Ihnen
vermöge  Ihrer  Verbindung  mit  Wright  verdanken,  so  seien  Sie
auch  dafür  zum  schönsten  bedankt,  es  versteht  sich,  dass
Wright  ein  exemplar  der  altdjeutschen|  bll.  gebührt,  und  ich
lasse  sogleich  eins  an  ihn  abgehen,  sobald  Sie  die
güte  haben,  mir  seine  genaue  adresse  mitzutheilen.
bleiben  Sie  aber  nur  ja  nicht  hinter  dem  Engländer  zurück,
da  die  blätter  ununterbrochen  fortgehen,  so  kommt  jeder  beitrag ­
  jederzeit  zurecht,  sei  er  gross  oder  klein.  In  der  hallischen
  literaturzeitung 5  werden  Sie  gelesen  haben,  dass  man
Ihre  beitrüge  nach  gebühr  schätzt,  höchstwillkommen  wäre
mir,  nach  Ihrem  vorschlage,  ein  aufsatz  über  Tristan,  nach
Michel’s  buch; 6  verfahren  Sie  dabei  ganz  nach  Ihrer  bequenilichkeit
  und  geben  Sie  dabei  so  viel  eigenes  als  möglich  d.  h.
sehr  viel.  |
Michel’s  thätigkeit  ist  Staunenswerth,  aber  die  verfluchte
französische]  mode  von  den  alten  Sachen  nur  eine  handvoll
1  Band  LXXVI.  S.  103—133.
2  Mythologica,  S.  370—374.
3  Das  ,Bruchstück  eines  unbekannten  Gedichtes  aus  der  Dietrichssage,
steht  S.  329—34'2;  dann  folgen  noch  andere  Beiträge  von  Wackernagel
bis  zur  S.  352.
4  The  English  Poem  of  Cocaygne,  S.  396—401.
5  Nr.  82,  S.  38—40  (Mai  1836)  Anzeige  der  Altd.  Bll.,  in  der  am  Schlüsse
Wolf’s  Beiträge  als  ,besonders  schätzbar 1  hervorgehoben  werden.
6  The  poetical  Romances  of  Tristan  in  French,  in  Anglo-Norman  and  in
Greek,  ed.  by  Francisque  Michel.  London.  1835.  8°.  3  Vol.  Einen  Aufsatz ­
  über  Tristan  hat  Wolf  nicht  geschrieben.
            
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