Briefe von Hoffmann von Fallersleben und Moriz Haupt an Ferd. Wolf. 135
lxxxii. Das swert das was vil lank verholn;
Jedoch so wart es sit verstoln
Von ainem argen diebe;
Der kam geslichen in den berk,
Reht alsain ain wild getwerk.
NB. Dem künge Ruotliebe
Dem wart es sit ze handen braht;
Der kund es wol behalten;
Er hates der siten sin gedaht,
Der wart es nie verschalten,
Vnz daz sin sun wuchs ze ainem man;
* Der wart da mit ze ritter
Des rnenger not gewan.
9.
Zittau, 20 april 1836.
Hn Scriptor Wolf, Wohlgeb.
Ich bedarf sehr Ihrer nachsicht, mein theuerster freund.
Unwohlsein verzögerte anfänglich meine antwort auf Ihren vorletzten
brief (der letzte ist wie Sie durch unseren Endlicher
wissen -werden, unterwegs gestohlen worden), und, wie es zu
gehen pflegt, die einmahlige zögerung wirkte nach. Für die
altfranzösischen Tischregeln den schönsten dank; sie sind sogleich
abgedruckt worden. 1 das dritte heft unserer blätter ist
fertig gedruckt, kann aber erst in einigen wochen erscheinen,
weil wir uns vorher mit Brockhaus auseinandersetzen müssen,
um nicht allzu grossen Verlust zu erleiden, schlimmsten falls
geht der verlag an einen andern buchhändler über, denn eingehen
sollen die bll. wo irgend möglich nicht, das dritte heft enthält
unter anderem einen bogen ,Mythologien/ von Jacob Grimm, 2
der mich durch diese mitwirkung sehr erfreut hat; sie bringt
den blättern ehre. Ihre versprochene anzeige des Jeu de Pierre
de la Broce & d’Esmoree mit rüclcsichtnahme auf die neuen
werke über das alte französische Theater schicken sie doch ja.
30—40 seiten im druck stehen Ihnen offen, auch noch mehr. |
1 Aid. Blätter. I. 266 — 276.
2 S. 287-297.