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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Briefe  von  Hoffmann  von  Fallersleben  und  Moriz  Hanpt  an  Ferd.  Wolf.  129

Kuppitsch  scheint  wo  es  auf  befriedigung  eigener  wünsche  ankommt
  so  schnell  und  rücksichtslos  zu  sein  als  er  taubstumm
gegen  fremde  wünsche  ist,  wie  ich  im  vorigen  sonuner  zur
genüge  erfahren  habe.  |
Dass  mein  liederheftchen  Ihnen  nicht  misfallen  hat  freut
mich  sehr,  bei  meiner  liedersammlung  wird  natürlich  mit
grösserer  und  mehr  philologischer  genauigkeit  verfahren  werden. ­
  allerdings  ist  es  meine  absicht  von  den  liedern  den  text
so  rein  als  möglich  zu  geben  und  ihn  in  kurzen  anmerkungen
zu  beglaubigen;  bei  jenem  einzelnen  bogen,  einem  sehr  beeilten
spasse,  schien  mir  dies  pedantisch,  dass  in  n°  VI  moulure
anstatt  des  richtigen  moulture  steht  bemerken  Sie  gewiss  mit
recht  und  ich  bin  Ihnen  für  diese  bemerkung  um  so  dankbarer, ­
  da  ich  moulure  für  eine  mundartliche  form  hielt,  die
ich  aber  nicht  nachweisen  konnte,  desto  lieber  ist  es  mir  nun
durch  Ihre  bemerkung  meinen  zweifei  behoben  zu  sehen  und
es  versteht  sich  dass  ich  in  meinem  buche  moulture  drucken
lasse.  Dagegen  kann  ich  Ihnen  nicht  einräumen  dass  statt
Pr  ei  an  (im  ersten  liede)  Paien  zu  setzen  sei.  ich  will  mich
bei  der  frage,  ob  da  nicht  wenigstens  le  oder  un  Paien
stehen  müsste,  nicht  aufhalten;  denn,  um  es  kurz  zu  sagen ?
Pr  ei  an  ist  der  name  eines  muhammedanischen  Seeräubers,  den
ich  auch  anderwärts  (zufällig)  gefunden  habe.  Der  erste  band
meiner  Sammlung  wird  hoffentlich  im  künftigen  frühjahre  erscheinen ­
  können;  leider  kann  ich  in  diesem  winter,  da  mich
andere  arbeiten  be-  |  sehäftigen,  nicht  daran  arbeiten,  auch
erwarte  ich  neue  hilfsmittel:  wenn  auch  nicht  mehr  aus  München; ­
  denn  der  sächsische  geschäftsträger  in  München  scheint
die  Übernahme  und  Übersendung  der  dortigen  franz[ösischen]
liederbücher,  deren  Verabfolgung  mir  bewilligt  ist,  absichtlich
zu  unterlassen.
Für  die  abschrift  der  sage  von  Elegast  aus  dem  dänischen ­
  Carl  Magnus  sage  ich  Ihnen  herzlich  dank,  ich  habe
sie  sogleich  an  Hoffmann  geschickt,  der  den  holländischen  Elegast ­
  nicht  in  unsern  blättern,  sondern  als  akademische  schrift,
einzeln  abdrueken  lässt.
Das  zweite  lieft  der  blätter  werden  Sie  hoffentlich  nun
erhalten  haben  und  ich  wünsche,  dass  es  Sie  interessiert  haben
möge,  der  druck  des  dritten  heftes  hat  noch  nicht  begonnen;
Sitzungsber.  d.  pbil.-bißt.  CI.  LXXVII.  Bd.  I.  Hft.  9
            
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