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Wolf.
heit schwerlich zu gesicht kommen. Jacob Grimm hat in Paris,
wo er diesen herbst war, einen lateinischen Reinardus abgeschrieben,
der weit älter als der Isengrimus und als der bis
jetzt bekannte Reinardus ist. 1 In Berlin fand ich am ende
einer schlechten hs. (des Lactantius) excerpte aus dem Isengrimus,
etwa 600 verse; Lachmann hat sie sogleich | für Grimm
abgeschrieben.
Lachmann hat mir 3 herrliche, noch nicht in den buclihandel
gekommene abhandlungen: über althochdeutsche inetrik,
über das Hildebrandslied und über Singen und Sagen geschenkt.
2 Die letztere zumahl würde Sie sehr interessiren.
Ich schicke sie Ihnen mit Freuden, wenn Sie befehlen. Käuflich
wird (sic) sie vielleicht erst in einem Jahre, oder noch
später, in dem bande der Schriften- der berliner akademie, in
den sie gehören.
Ausser den Blättern, beschäftigt mich der Gratius, 3 der
mit einigen wiener anecdotis bald erscheinen soll, und das
deutsche gedieht (oder vielmehr die deutschen] gedichte) von
Salomon und Morolf. Davon nächstens, denn ich muss endlich
scldiessen.
Leben Sie wohl, mein theurer Freund, und behalten Sie
in gutem andenken
Ihren treu ergebenen
Moriz Haupt.
3.
Zittau, 17. apr[il] 1835.
Nur von Ihrer güte, mein verehrter freund, kann ich Verzeihung
meines ungebührlichen Stillschweigens hoffen; ich selber
weiss es durch nichts zu entschuldigen, krankheit ist wohl
1 Diese Angabe scheint auf einem Irrthume H.’s zu beruhen; im September
1S34 entdeckte Jacob Grimm unter den Handschriften der burgundischen
Bibliothek zu Brüssel die Ecbasis cujusdam captivi etc., die in den
von ihm und Andr. Schmeller herausgogebenen lateinischen Gedichten
des X. u. XI. Jh. (Göttingen, 1838) abgedruckt wurde.
2 Erschienen in den Abhandl. der Berl. Akad. aus den J. 1832 u. 1833.
3 Bekanntlich 1838 erschienen: Ovidius. Halieutica. Gratii et Nemesiani
Cynegetica. Ex recensione M. Hauptii. Lipsiae. 1838. 8,