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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Wolf.

schon  gedruckt  sind. 1  Wenn  Sie  binnen  4  Wochen  mir  nocli
einige  nachträge  schicken,  so  können  sie  noch  am  ende  des
ersten  hefts  nachträglich  gedruckt  wei’den;  wo  nicht,  so  kommen
sie  ins  zweite  Heft.  Für  dieses  schicken  Sie  uns  ja  auch
sonst  noch  etwas;  ein  auszug  (nach  Ihrer  art  bereichert)  aus
Pluquets  Contes  populaires  etc. 2  wäre  uns  höchst  erfreulich.
Unsere  blätter  werden  Ihnen  behagen.  In  einer  hs.  der  Leipziger ­
  Universitätsbibliothek  3  bin  ich  so  glücklich  gewesen  einige
sehr  merkwürdige  prosaische  märchen  zu  entdecken.  Sie  sind
im  15.  jh.  niedergeschrieben  und  eins  davon  steht  |  in  der
grimrn’schen  Sammlung  nur  aus  mündlicher  Ueberlieferung.  Ein
herrliches  zeugniss  (wenn  es  dessen  bedürfte)  für  das  alter
unserer  märchen.
Michels 4  Thätigkeit  ist  höchst  erfreulich.  Besser  wäre
es  aber  noch,  wenn  er  weniger  und  recht  kritisch  und  genau
gäbe.  Deswegen  ist  mein  wünsch,  meine  bitte  und  ermahnung,
dass  Sie,  ohne  auf  Paris  5  (der  ja  die  altfranz[ösischen]  gedichte
auch  nicht  gepachtet  hat),  rücksicht  zu  nehmen,  den  Beuves
de  Hantone 0  herausgeben.  ,Befähigter'  sind  Sie  ohne  allen
Zweifel  als  er;  was  für  schöne  erläuterungen  (wie  Jakob  zum
Reinhart  und  Willi.  Grimm  zum  Freidank)  könnten  Sie  geben!
Sie  sollen  und  müssen  den  Franzosen  zeigen,  wie  alte  gedichte
herauszugeben  sind.  Die  hs.  des  Flos  und  Blankflos, 7  die
Uhland  abgeschrieben  hat,  leider  ohne  die  nnmmer  beizufügen,

1  Gemeint  sind  die  ,Nachträge  zu  F.  Wolfs  Schrift  über  die  Leistungen  der
Franzosen  für  die  Herausgabe  ihrer  Nationalheldengedichte'.  Altdeutsche
Blätter.  Band  I.  S.  lö—29.
2  Pluequet,  Fred.,  Contes  populaires,  prejuges,  patois  etc.  de  l’arrondissement
  de  Bayeux.  Rouen.  1834.  81  Eine  Anzeige  von  Wolf  über  Plucquet
ist  nicht  erschienen.
3  Nr.  1279  der  Leipziger  Universitätsbibliothek.  Abgedruckt  sind  die
Märchen  im  1.  Bande  der  Altdeutschen  Blätter,  S.  113—163.
4  Francisque  Michel  ist  natürlich  gemeint.
5  Pa  ul  in  Paris.
0  Wolf  hat  jedoch  diesen  Wunsch  Haupt’s  nicht  erfüllt.
7  Siehe  den  1.  Brief  von  Hoffinann  an  Wolf.  Paulin  Paris  beschrieb  eine
Handschrift  von  Flos  et  Blankflos  im  Roniancero  framjais  p.  65.  Die
Hs.,  welche  Uhland  abschrieb,  ist  Nr.  6987  der  Pariser  Bibliothek;  nach
dieser  Abschrift  hat  Imm.  Bekker  den  Roman  heransgegeben.  (Abhandlungen ­
  der  Aknd.  d.  Wiss.  zu  Berlin.  Aus  dem  J.  1844.)
            
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